Kartellamt: Deutsche Autobauer müssen enger zusammenarbeiten

Im Konkurrenzkampf mit den internationalen Technologieunternehmen sollen die deutschen Autohersteller sich verbünden, so der Präsident des Bundeskartellamtes. Eigene Standards sollten zusammen entwickelt werden.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, rät den deutschen Autobauern zu engeren Kooperationen im Konkurrenzkampf mit Konzernen wie Google. „Damit die deutsche Autoindustrie nicht in eine zu hohe Abhängigkeit von den Internetkonzernen kommt, besteht ein hohes Interesse daran, dass sie für das Auto der Zukunft eigene Standards entwickeln“, sagte Mundt der Rheinischen Post. Mit Blick auf die Entwicklung selbstfahrender Elektroautos sagte er, denkbar seien etwa „Standards für einheitliche Batterien, Ladestationen und teilweise auch Software“, sofern diese für Wettbewerber offen blieben.

Eine solche Strategie sei „der einzige Weg, um selbstfahrende Elektroautos wirklich zum Massenprodukt zu machen“, zeigte sich Mundt überzeugt. Bei autonomen Fahrzeugen sind derzeit Technologieunternehmen wie Google Vorreiter. Traditionelle Autobauer widmen dem Thema inzwischen ebenfalls große Aufmerksamkeit, unter anderem mit eigenen Entwicklungszentren im kalifornischen Silicon Valley.

Kartellamtspräsident Mundt äußerte sich auch zum Lebensmittelhandel in Deutschland. Dieser war in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus geraten, weil die Tengelmann-Gruppe ihre rund 450 Kaiser’s-Tengelmann-Filialen an den Marktführer Edeka verkaufen will. Das Bundeskartellamt lehnte die Übernahme Anfang April jedoch aus Wettbewerbsgründen ab, eine Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD)  über eine Sondergenehmigung steht noch aus.

Mundt sagte dazu, derzeit würden Verbraucher ihre Milch noch „um die Ecke“ kaufen. Darum müsse seine Behörde dafür sorgen, „dass die Kunden weiterhin genügend Ausweichalternativen vor Ort haben“. Es sei aber „nicht ausgeschlossen“, dass der Online-Handel mit Lebensmitteln eines Tages so große Bedeutung bekomme, „dass wir zu einer neuen Marktabgrenzung kommen müssen“.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    LÄCHERLICH! Ein Sturm weht aus den USA. Niemand kann ihn aufhalten.
    ES SEI DENN man nutzt dessen Energie so wie beim Aikido.
    Bedauerlicher WEISE SIND unsere Konzerne dafür zu dumm, zu fett und zu korrupt.
    ALSO: weg mit Merkel und AB INS TRAINING!