EU forciert Handel mit der Ukraine

Trotz weiterer Unruhen ist das Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Ukraine in Kraft getreten. Damit soll die Wirtschaft der Ukraine stabilisiert werden, so Handelskommissarin Malmström. Europäische Unternehmen würden im Gegenzug von einem großen Absatzmarkt profitieren.

Der Ukraine-Konflikt bleibt trotz der Russland-Sanktionen und zahlreicher „Abkommen“ weiterhin ungelöst. Das ist allerdings kein Argument für die EU, die wirtschaftlichen Beziehungen abzuschwächen. Zum 1. Januar 2016 ist das EU-Ukraine Freihandelsabkommen in Kraft getreten. „Das Inkrafttreten dieser Freihandelszone (…) verhilft der Ukraine zu einmaligen Vorteilen, um ihre Wirtschaft zu stabilisieren, zu diversifizieren und weiterzuentwickeln zum Wohle ihrer Bevölkerung“, sagte Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für Handel.

Die EU werde ukrainische kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, diese Möglichkeiten für Wachstum und für Beschäftigung zu nutzen.  Aber auch EU-Unternehmen würden davon profitieren, da sie durch das Abkommen einen besseren Zugang zu einem Markt mit 45 Millionen Menschen erhalten.

„Die Umsetzung der Vereinbarung stellt einen Meilenstein in den Beziehungen zwischen der EU und der Ukraine dar“, so die EU-Kommission. „Mit dem Freihandelsabkommen eröffnen sich für die Ukraine neue Möglichkeiten in der EU und darüber hinaus, da europäische Standards vielfach internationale Standards sind“, sagte auch Johannes Hahn, Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik. Die EU möchte, dass sich die Ukraine erfolgreich entwickle und das Potenzial des Freihandelsabkommen vollständig nutze.

Im Gegensatz zur EU hat Russland seinen Freihandel mit der Ukraine ausgesetzt. Erst im Dezember waren erneut Gespräche zwischen Russland, der EU-Kommission und der Ukraine gescheitert.

Schon jetzt stammen 50 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in die Ukraine aus der EU. Vor allem Eisen und Stahl sowie landwirtschaftliche Produkte exportiert die Ukraine in die Europäische Union. Erst Anfang Dezember wurde zudem ein 100-Millionen-Euro-Paket zur Unterstützung der Dezentralisierung in der Ukraine verkündet. Zusätzlich dazu sollen aus dem Stabilitäts- und Friedensinstrument 10 Millionen Euro für die Wiederherstellung staatlicher Strukturen sowie die Aussöhnung  im Osten der Ukraine zur Verfügung gestellt werden. „Diese Programme werden eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Ukraine bei ihren Bemühungen unterstützen, die staatlichen Strukturen zu verbessern, insbesondere was die vom Konflikt betroffenen Gebiete im Osten anbelangt“, sagte die Hohe Vertreterin der EU und Vizepräsidentin der Kommission, Federica Mogherini.

2014 schrumpfte die ukrainische Wirtschaft um sieben Prozent und auch für 2015 wird insgesamt ein Minus erwartet. Die wichtigste deutschen Exportgüter sind Maschinen, Fahrzeuge, Chemie- und Pharmaprodukte, elektrotechnische Erzeugnisse und Nahrungs- und Futtermittel. Aus der Ukraine wiederum bezieht Deutschland vor allem Textilien, Bekleidung, Metalle, Chemieprodukte sowie Fahrzeuge. Dem Auswärtigen Amt zufolge sind derzeit über 1.000 deutsche Firmen in der Ukraine vertreten. Außerdem unterstütze Deutschland die Ukraine seit 2002 beim „Aufbau eines demokratischen Rechtsstaats und marktwirtschaftlicher Strukturen mit insgesamt bisher etwa 340 Millionen Euro.

Kommentare

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  1. Ottoweb sagt:

    Kaum zu glauben! Sind die Politiker wirklich so naiv, um das Geld wieder ins Ukraina stecken. Das ist das dümmste. Faktisch ist Ukraina Bankrott, aber das wird von Politiker verschwiegen, es geht schließlich auch um transantlantische Interessen. Was haben die Deutsche da erreicht Den treuhandelspartner Russland verloren und die wirtschaftlich am Boden liegende Ukraine mit einer von Faschisten durchsetzender Regierung gewonnen. Die Ukraina hatte sich jahrzehntelang auf der Alimentierung der Russen ausgeruhrt und jetzt möchtet die Frau Merkel das übernehmen. Schande! Wer wird diese Frau aufhalten..

  2. Viva sagt:

    Was zu 100% stimmt, dass die europäische Unternehmen würden von einem großen Absatzmarkt profitieren.
    Die ukrainische Unternehmen dürfen die Waren in die EU nach Quoten liefern, die bereits nach 20 Tagen fast zu 100% ausgeschopft sind.

  3. Bilderbieger sagt:

    Ich schreibe lieber keinen Kommentar dazu.

    Der würde 100 % hier nicht durch die Zensur gehen.

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