Deutscher Außenhandel kämpft gegen Abschwung in China

Chinas angeschlagene Wirtschaft stellt den deutschen Außenhandel vor große Herausforderungen. Hält der Abschwung in China an, geraten die deutschen Unternehmen zunehmend unter Druck. Der Ruf nach TTIP wird deshalb vor allem bei den großen Unternehmen lauter.

Der deutsche Außenhandel und Großhandel leidet unter der aktuellen Entwicklung der internationalen Wirtschaft. Hier sorgen aber derzeit vor allem der Abschwung in den Schwellenländern und die Krisen in Nahost für schlechte Wachstumsprognosen. „China ist ein Riesen-Risikofaktor“, sagte der Chef des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen, Anton Börner in Berlin. Die Entwicklung dort sei „eine große Bedrohung für die Stabilität der Weltwirtschaft“. Börner hoffe, dass der neuerliche Absturz der Börsen Anfang der Woche nach weiteren negativen Konjunkturdaten aus China hoffentlich nur ein Ausrutscher sei. Die Industrie des Landes befinde sich in einer „desolaten“ Lage.

Zu Beginn der Woche wurde bekannt, dass der chinesische Einkaufsmanager-Index den zehnten Monat in Folge gesunken war. Mittlerweile liegt er bei 48,2 Punkten, wobei alles unter der 50-Punkte-Marke ein Schrumpfen der Wirtschaft bedeutet. Im November lag der Index noch bei 48,6 Punkten. „Das zeigt, dass die Kräfte, die die wirtschaftliche Erholung bewirken wollen, auf Hindernisse gestoßen sind“, sagt He Fan von Markit. Und es mache deutlich, dass die Wirtschaft noch stärker schrumpfen kann.

Börners Einschätzung zufolge könnte ein Absturz der chinesischen Wirtschaft die deutsche wie auch die Weltwirtschaft in eine Rezession drücken. Bereits im Dezember hatte er vor einer solchen Entwicklung gewarnt. Die Geschäfte mit Drittländern seien für den deutschen Außenhandel weiterhin nicht verlässlich. „Auch wenn der billige Euro und die Niedrigpreise für Öl derzeit gute Bedingungen für die deutsche Wirtschaft schaffen, hilft dies doch nicht über die fehlende Nachfrage in den Zielländern wie China hinweg“, so Börner. In Zeiten solch unsicherer Konjunkturentwicklungen ist es umso wichtiger, bessere Handelsbedingungen zu schaffen. „Dafür brauchen wir schnellstmöglich den Abschluss von TTIP“.

Zwar verkauften die Unternehmen im vergangen Jahr mehr Waren verkauft, das Ergebnis lag jedoch knapp unter dem Vorjahresumsatz. Der nominale Umsatz verzeichnete einen Rückgang um ein Prozent. Außerdem rechnet der BGA damit, dass in diesem Jahr nur etwa halb so viele neue Jobs geschaffen werden wie im vergangenen Jahr.

In Europa selbst habe das Öffnen der Geldschleusen durch Herrn Draghi und die EZB die Zerreißprobe für Europa zwar vertagt. „Jedoch sind die nach wie vor mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die anhaltenden unsoliden Staatsfinanzen auch großer Euroländer das Einfallstor für Populisten und Nationalisten und befördern die innere Erosion Europas.“ Draghis Politik der niedrigen Zinsen habe zudem auch in Deutschland nur wirtschaftliche Stärke vorgegaukelt.

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