Österreichs Metallindustrie kämpft mit sinkenden Aufträgen

Die österreichischen Metaller rechnen in den kommenden drei Monaten mit erheblichen Produktionsrückgängen. Bereits jetzt ist die Auftragslage sehr schlecht und angesichts der Überproduktion in der Stahlbranche und der anhaltenden Sanktionen mit Russland ist keine Erholung in Sicht.

Während die Produktion in der Metallindustrie in den vergangenen drei Monaten noch leicht gestiegen ist, rechnet die Industrie für die kommenden drei Monate mit einem deutlichen Abschwung. „Mittlerweile sind nur noch 13 Prozent der Firmen optimistisch, das ist ein deutlicher Rückgang. In der Metallwarenherstellung haben wir im November 37 Prozent Pessimisten, im August waren es nur 9 Prozent“, heißt es vom Fachverband der Maschinen & Metallwaren Industrie (FMS/FMWI). Die Metaller rechnen für das erste Quartal mit einem Produktionsrückgang um fast ein Drittel.

Die Stimmung der Unternehmer ist daher ähnlich schlecht wie im Herbst 2014, damals hatten wir anschließend ein negatives erstes Quartal zu verdauen. Zu befürchten ist, dass wir wieder in diese Richtung gehen.“ Grund für diese Entwicklung sind die weiterhin rückläufigen Aufträge. Im November waren die Auftragsbestände gegenüber dem Vormonat noch einmal gesunken. Seit September gab es kein Auftragsplus mehr. Vor allem die Aufträge aus dem Ausland bleiben aus. Bei der Metallerzeugung sanken die Auslandsaufträge um etwa 20 Prozent, bei den Metallwaren sogar um fast 50 Prozent.

Für die kommenden Monate erwarten vor allem die Metallerzeuger fallende Preise, was deren Umsätze schrumpfen lassen dürfte. Vor allem die Schwierigkeiten an der chinesischen Börse jagen derzeit die Rohstoffpreise wieder in den Keller.

Der Metallpreismonitor von Dezember zeigt, dass die Preise für Blei, Zink, Kupfer, Aluminium, Nickel Zinn und Eisenerz alle im letzten Quartal 2015 gesunken waren. Der Preis für Eisenerz fiel beispielsweise um 18,37 Prozent, der für Kupfer um 11,86 Prozent. Kein einziger österreichischer Metallproduzent erwartet Preissteigerungen für das kommende Jahr.

Wie stark sich der wirtschaftliche Abschwung und die Überproduktion auf die Metaller auswirken, zeigt die Salzburger Firma RSG Präzisionsfertigungs GmbH. Diese hat Ende Dezember ein Konkursverfahren beantragt. 39 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Die Metalltechnikfirma hat Schulden in Höhe von etwa 3,3 Millionen Euro.

Neben dem Abschwung in China spielt für Österreich auch die Entwicklung der Branche in Deutschland eine wesentliche Rolle. Denn auch im Nachbarland haben sich die Erwartungen eingetrübt. Bei einer Veranstaltung der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber sagte der zukünftige Ifo-Chef Clemens Fuest, dass die Wachstumsschwäche in den Schwellenländern das Modell der deutschen Industrie bedrohe.

So erwartet beispielsweise die Wirtschaftsvereinigung Stahl, dass die Rohstahlproduktion in diesem Jahr um drei Prozent auf 41,5 Millionen Tonnen sinken wird.

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