Immer mehr Österreicher sind ohne Arbeit

Im Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen erneut gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt mittlerweile bei 10,6 Prozent und damit in Blick auf die Entwicklungen in der EU sehr hoch. Neben steigenden Arbeitslosenzahlen bereitet vor allem die zunehmende Verweildauer ohne Arbeit den Behörden Sorgen.

Österreichs Wirtschaft erholt sich nur leicht, und noch immer zeigen sich keinerlei positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im Gegenteil – die Zahl der Arbeitslosen stieg im Dezember des vergangenen Jahres auf 475.435. Das ist ein Plus von 4,3 Prozent bzw. 19.604 Arbeitslosen, wie das Dienstleistungsunternehmen Arbeitsmarktservice (AMS) berichtet. Besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sei die Stadt Wien, die „fast 70 Prozent des österreichweiten Arbeitslosigkeitsplus“ aufweise, so das AMS.

Damit liegt die Arbeitslosenquote mittlerweile bei 10,6 Prozent. Nach EU-Standards gemessen liegt die Arbeitslosenquote bei 5,6 Prozent. Der EU-Durchschnitt ist 9,3 Prozent. „Ein Wirtschaftswachstum von unter einem Prozent (letzte WIFO-Prognose für 2015: +0,8 %) verbunden mit einem massiven Anstieg des Arbeitskräftepotenzials ist eine ganz und gar schlechte Kombination für den Arbeitsmarkt.“

Die Migration spielt Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) zufolge bei dieser Entwicklung neben dem schwachen Wirtschaftsumfeld ebenfalls eine wichtige Rolle: „Der Anstieg des Pensionszugangsalters, die höhere Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben und die Zuwanderung zeigen sich eben nicht nur in Rekordwerten bei den Beschäftigtenzahlen – sondern auch an mehr Personen, die aktiv nach Arbeit suchen.“ Insgesamt soll die Arbeitslosigkeit in Österreich auch in diesem Jahr weiter steigen.

Besonders beunruhigend ist die Anzahl der Langzeitarbeitslosen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 22.296 bzw. 178,9 Prozent. Und auch die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit erhöhte sich um elf auf 115 Tage.

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