Amazon will eigenen Paketdienst starten

Amazon ist der größte Online-Händler in Deutschland und zählt damit zu den wichtigsten Kunden der Paketzusteller-Branche. Nun plant das Unternehmen, ein eigenes Zustellernetz aufzubauen.

Der Online-Händler Amazon könnte in Deutschland weitere Verteilzentren eröffnen und damit Dienstleistern wie der Deutschen Post oder Hermes Geschäft entziehen. Amazon könnte in deutschen Metropol-Regionen mit eigenen Verteilzentren tätig werden, sagte Amazon-Manager Bernd Schwenger der Deutschen Verkehrs-Zeitung.

Der US-Riese hatte bereits im vergangenen Jahr in Olching bei München ein erstes Paketzentrum eröffnet. Dort verteilen 130 Mitarbeiter Pakete für die Zustellung noch am gleichen oder am kommenden Tag. Die Auslieferung an die Kunden selbst übernehmen Amazon zufolge aber sechs lokale Logistikunternehmen – Amazon-Kleinlaster sind also nicht unterwegs. Die ersten Erfahrungen in Olching seien gut, erklärte ein Unternehmenssprecher. Jetzt müssten die weiteren Ergebnisse abgewartet werden.

Die Deutsche Post reagierte gelassen auf die Ankündigung. „DHL Paket und Amazon verbindet in Deutschland eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit“, erklärte ein Sprecher. Der Konzern erwarte, dass „wir auch in Zukunft eng zusammenarbeiten werden“. Aus langjähriger Erfahrung wisse man, dass in Deutschland der Aufbau einer eigenen flächendeckenden Transportlogistik vergleichbarer Qualität und ihr wirtschaftlicher Betrieb ein anspruchsvolles Vorhaben ist, hatte Post-Vorstand Jürgen Gerdes erst Anfang Dezember gesagt.

Die Post profitierte in den vergangenen Jahren stark vom boomenden Online-Handel – immer mehr Verbraucher bestellen ihre Waren im Internet, die Bonner lieferten die Pakete dann an die Kunden aus. Es hatte in der Vergangenheit immer wieder Spekulationen gegeben, Amazon könnte nun auch die Zustellung seiner Pakete in die Hand nehmen – und das auch in der Bundesrepublik. Damit würde Amazon zum direkten Konkurrenten der Logistik-Konzerne. In Olching belässt es Amazon aber erst einmal dabei, die Pakete für eine rasche Zustellung vorzubereiten. Anders als in den neun deutschen Logistikzentren des US-Riesen gibt es dort auch kein Lager.

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