Chinesen bieten für Glühlampen-Sparte von Osram

Der legendäre Glühbirnen-Hersteller Osram könnte schon bald in chinesische Hände gelangen. Interessant: In den USA blockiert die Regierung eine vergleichbare Transaktion aus „Gründen der nationalen Sicherheit“.

Das Interesse aus China an der Glühlampen-Sparte von Osram wird Insidern zufolge konkret. In der nächsten Woche sind die ersten Gebote für das traditionelle Geschäft mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz fällig. Dann sei eine Offerte des chinesischen LED-Spezialisten MLS zu erwarten, sagten mehrere mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen am Freitag zu Reuters. Auch Foshan, an der Osram bis vor kurzem selbst beteiligt war, dürfte bieten. Die Chinesen hätten sich mit dem Finanzinvestor Bain verbündet. Dagegen habe Shanghai Feilo Acoustics, die ihr Interesse an der Sparte im Sommer öffentlich gemacht hatte, inzwischen abgewinkt, sagten die Insider.

Die chinesischen Bieter locken die bekannte Marke und die Chance, für die eigenen Produkte in Europa und den USA größere Vertriebskraft zu erhalten. Den Insidern zufolge kann Osram mit einem Verkaufserlös von 400 bis 500 Millionen Euro rechnen. Das entspricht dem Sechs- bis Siebenfachen des operativen Gewinns (Ebitda) nach Abzug von Restrukturierungskosten. Osram gab sich bedeckt: „Der Verkaufsprozess läuft. Wir führen entsprechenden Gespräche“, sagte ein Sprecher nur. Das LED-Geschäft will Osram behalten. Die Bieter wollten sich nicht äußern oder waren für Stellungnahmen nicht zu erreichen.

Fast gleichzeitig hat der größten Lampenhersteller der Welt, die niederländische Philips, das gesamte Glühlampen- und LED-Geschäft zum Verkauf gestellt. Er will sich auf das Geschäft mit Medizingeräten konzentrieren. Auch bei Philips sind Insidern zufolge noch im Januar die ersten Offerten fällig. Parallel prüft der Konzern einen Börsengang für die Sparte. Mit einem Umsatz von rund 7,2 Milliarden Euro und einem Ebitda von bereinigt 630 Millionen Euro in den zwölf Monaten bis Ende September ist sie deutlich größer als Osram. Die Niederländer können deshalb mit einem Erlös von fünf bis sechs Milliarden Euro rechnen, wie Insider schätzen.

Um den Kauf zu stemmen, haben sich drei Finanzinvestoren – KKR, CVC und die kanadische Onex – laut Insidern zusammengetan. Offerten würden auch von den Private-Equity-Gesellschaften Bain, Apollo und Blackstone erwartet. Im vergangenen Jahr hatte Philips sein Geschäft mit Autoscheinwerfern und LEDs für die Autobranche für 3,3 Milliarden Dollar an die chinesische GoScale Capital verkauft. Vollzogen ist die Transaktion aber noch nicht, nachdem eine US-Behörde im Herbst „aus Gründen der nationalen Sicherheit“ Bedenken dagegen angemeldet hatte.

Kommentare

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  1. Peter Novotni sagt:

    Ja, das tut gut zu lesen, denn schon bald werden wir in Europa ohne Arbeit leben, einer nach dem anderen lagert aus, verkauft, schließt.

    Es wird ein Paradies sein, keine Arbeit, die wenigen ekelhaften Arbeiten weden die Flüchtlinge übenehmen, bezahlen werden wir von den Krediten, die wir aufnehmen werden.
    Aber halt nich lange, das sind unsere wahren Europäischen Werte!

    Ich freue mich schon und gratuliere!

    Mit vorzüglicher Hochachtung
    Ihr Neuerer

  2. Volker K. sagt:

    Aus: P. C. Roberts: Und wieder ein fabrizierter Arbeitsmarktbericht

    „Nun, wie schon seit so vielen Jahren, lassen Sie uns die Arbeitsplätze anschauen, die das BLS [Bureau of Labour Statistics = Büro für Arbeitsmarktstatistik] uns Glauben machen will geschaffen zu haben. Fast alle finden sich in niedrig bezahlten Dienstleistungen im Inland, als da wären Kellnerinnen, Barkeeper, Kuriere und Boten, Arbeitsvermittlungen, sozialeDienste und Gesundheitswesen (hauptsächlich ambulante Pflegedienste).
    Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die Vereinigten Staaten, wenn wir diesem Arbeitsmarktbericht Glauben schenken, jetzt eine Volkswirtschaft ist, die nur Dritte-Welt-Arbeitsplätze in niedrig bezahlten Dienstleistungen erschafft. Und trotzdem wird diese Nicht-Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs von den Idioten in Washington als Supermacht bezeichnet.“

    Mit dem Ausverkauf unserer Industrie eifern wir eifrig den USA nach. Immer mehr
    technologisches Wissen wird verloren gehen. Die Abhängigkeit von Asien wird wachsen.