Chinesisches Unternehmen kauft Spezialmaschinenbauer KraussMaffei

Der Spezialmaschinenbauer KraussMaffei wird für 925 Millionen Euro an die staatliche chinesische National Chemical Corporation (ChemChina) verkauft. Das teilte der Finanzinvestor Onex als Eigentümer des Münchener Unternehmens in der Nacht zum Montag mit.

„Mit ChemChina gewinnen wir einen strategischen und langfristig orientierten Investor, der sich seit vielen Jahren für unser Unternehmen interessiert“, sagte Frank Stieler, CEO der KraussMaffei Gruppe. „ „Wir schätzen die große Management- und Technologiekompetenz des Unternehmens sehr und glauben, dass wir diese auch für einige unserer Tochterunternehmen in China einsetzen können.“

Krauss Maffei zufolge sollen alle Standorte in Deutschland erhalten bleiben. Für 2016 sei zudem ein Personalaufbau geplant. Weltweit arbeiten etwa 4.500 Mitarbeiter für den Maschinenbauer. ChemChina ist mit 140.000 Mitarbeitern Chinas größter Chemikonzern.

Onex hatte 2011 für den Hersteller von Spritzgießmaschinen zur Kunststoff-Produktion 568 Millionen Euro gezahlt. Schon damals hatte ChemChina Interesse gezeigt. Auf Sicht von zwölf Monaten kam KraussMaffei nach Angaben von Onex zuletzt auf einen operativen Gewinn (Ebitda) von 140 Millionen Euro. Mit 925 Millionen Euro würde der Traditionskonzern gemessen am Ebitda in etwa so hoch bewertet wie börsennotierte Konkurrenten.

KraussMaffei hat eine bewegte Geschichte. 1839 als Hersteller von Lokomotiven gegründet („Eisenwerk Hirschau“), baut das Unternehmen ab den 30er Jahren auch Panzer. Die Rüstungssparte ist inzwischen in Krauss-Maffei Wegmann (KMW) aufgegangen. Von 1989 an gehörte der Maschinenbauer zu Mannesmann, nach deren Aufspaltung zunächst zu Siemens. 2002 stieg der Finanzinvestor KKR ein, der später an den Rivalen Madison verkaufte.

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    DER SHARHOLDER-VALUE ist der Untergang desMade in Germany.
    Das MANAGMENT fühlen sich weder den Mitarbeitern noch dem Standort persönlich verpflichtet, geschweige denn dem Staat, welchem man die Steuern vorenthält und sich auch noch von ihm subventionieren lässt.
    CHINESEN DENKEN gemeinwohlorientierter und langfristiger – und kaufen sich soviel Knowhow wie sie nur können.
    EINE DEUTSCHE oder EUROPÄISCHE INDUSTRIEPOLITIK ist nicht und nirgendwo erkennbar. Nur Lobbyismus und Korruption.
    DIE MADE IST IN GERMANY!

  2. Peter G. sagt:

    Warum tut die Bundesregierung nicht das Gleiche, was China schon immer praktiziert, nämlich eine mindestens 50 %ige deutsche Beteiligung bei Firmenkäufen durch Ausländer, zumindest bei Chinesen, als obligatorisch zu verordnen. Nach der jetzigen Möglichkeit der Totalübernahme ist das Ausplündern und schließlich das Ende der deutschen Niederlassung vorprogrammiert. Ist das gewollt?