Preissturz: Rohöl in Indien billiger als Mineralwasser

Brent-Preis steuert erneut auf 12-Jahres-Tief zu. In Indien kostete ein Barrel zuletzt 29,24 US-Dollar. Das entspricht etwa 17 Euro-Cent pro Liter. Ein Liter Mineralwasser kostet derzeit rund 21 Euro-Cent.

Schlechte Nachrichten für die Saudis: Der Ölpreis will trotz der militärischen Spannungen im  Nahen Osten nicht steigen. Die weltweite Überproduktion und die Furcht vor einer schwächelnden Nachfrage haben dem Ölpreis am Montag erneut zugesetzt. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 3,2 Prozent auf 32,49 Dollar je Barrel und lag damit etwa 30 US-Cent über dem Zwölf-Jahres-Tief der Vorwoche.

Den Analysten von Goldman Sachs zufolge bedarf es eines weiteren Ölpreis-Verfalls, bevor die Förderländer ihre Produktion drosseln. Zudem machten Börsianer die Abkühlung der chinesischen Konjunktur für die aktuellen Verluste verantwortlich. Vor diesem Hintergrund strichen Großanleger ihre Wetten auf wieder steigende Ölpreise zusammen. In der vergangenen Woche sank ihre Zahl um 50.000 Kontrakte. Diese stehen für etwa 50 Millionen Barrel Rohöl.

Der sinkende Ölpreis hat in Indien dazu geführt, dass Rohöl in Indien jetzt billiger als Mineralwasser ist. Ein Barrel (159 Liter) des Rohstoffs für den indischen Markt habe zuletzt 29,24 US-Dollar gekostet, also etwa 18 US-Cent (17 Euro-Cent) pro Liter, rechnete der indische Nachrichtensender NDTV am Montag auf seiner Webseite vor. Eine günstige Flasche Mineralwasser hingegen koste im Laden oder am Straßenstand 15 Rupien, also 21 Euro-Cent. Diesel kostet in Indiens Hauptstadt Neu Delhi aktuell rund 45 Rupien pro Liter – also noch etwa dreimal so viel wie Wasser.

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