Ölpreise sinken auf Zwölf-Jahres-Tief

Die Ölpreise sind auch am Dienstagmorgen erneut gefallen. Brent verbilligte sich zwischenzeitlich um 3,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Rohölpreise haben mittlerweile fast die 30-Dollar-Grenze erreicht.

Die Ölpreise sind im freien Fall: Auch am Dienstag verbilligte sich Nordseeöl der Sorte Brent dramatisch und kostete mit 30,43 Dollar 3,6 Prozent weniger als am Vortag und war damit so günstig wie seit April 2004 nicht mehr. Seit Jahresbeginn ist der Preis nunmehr um fast 20 Prozent gefallen. Auch US-Leichtöl der Sorte WTI verlor weiter und notierte mit einem Zwölf-Jahres-Tief von 30,41 Dollar 3,2 Prozent niedriger. In Indien ist mittlerweile ein Liter Rohöl billiger als ein Liter Mineralwasser.

Zahlreiche Analysten senkten ihre Prognosen – einige sehr drastisch. So hält Standard Chartered nunmehr einen Rückgang des Preises auf zehn Dollar für möglich. Erst dann würden die Anleger begreifen, dass der Preisverfall zu weit gegangen sei. Knapp über zehn Dollar lag Brent zuletzt Ende der 1990er Jahre. Barclays senkte seine durchschnittliche Preisprognose für 2016 auf 37 Dollar von 60 Dollar. „Je schneller der Preis verfällt, desto rascher wird er voraussichtlich die Talsohle erreichen und sich erholen“, erklärte Analyst Ric Spooner vom Brokerhaus CMC Markets in Sydney.

Als Hauptgrund für den Preisverfall gilt neben den Spekulationen an den Terminmärkten die Ölschwemme weltweit. Durch den Schieferölboom in den USA und den Verzicht der Opec auf die Begrenzung der Fördermengen ist das Überangebot zuletzt deutlich gewachsen. Allerdings erwarten viele Analysten, dass die Produzenten mit hohen Förderkosten wie in den USA nach und nach aufgeben werden. Hinweise darauf könnten die Bestandsdaten aus den USA geben. Am späten Abend steht der Bericht des Branchenverbandes API auf den Terminkalendern. Zuletzt waren die Bestände an Rohöl schon gefallen, die Benzinbestände aber kräftig gestiegen.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    DER VERFALL des Ölpreises führt zum Umsturz in Saudi Arabien, die ihr auf Sand gebautes System nicht mehr bezahlen können, siehe „Zusammenbruch von Saudi-Arabien steht bevor“: http://www.voltairenet.org/article189838.html
    DER VERFALL des Ölpreises führt zum Verfall des Öl-Dollars, damit zum Kollaps der USA.
    DER VERFALL des Ölpreises führt zum Platzen der Fracking-Blase, siehe „Die Fracking-Blase“: http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/a-959069.html
    JETZT DIE PREISFRAGE an Joe Kaeser von Siemens: Wie rechtfertigen er wohl jetzt sein hohes Investment in das absurde Fracking?
    WESHALB KANN SIEMENS nicht zukunftsorientiert denken, zum Beispiel die Entwicklung einer Internet-Topographie für die Stromerzeugung und -verteilung etwa mit Algen-Kraftwerken und dezentralen Stromspeichern? SELTSAM.