Brasilianischer Ex-Minister wird Finanzchef bei der Weltbank

Erst kürzlich von seinen Ämtern als Brasiliens Finanzminister zurückgetreten, ist Joaquim Levy nun neuer Finanzchef der Weltbank. Ab Februar wird er seine Arbeit aufnehmen.

Die Weltbank hat den ehemaligen brasilianischen Finanzminister Joaquim Levy zum Finanzchef ernannt. Levy werde seinen neuen Posten am 1. Februar antreten, teilte der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, am Montag mit. Im Dezember hatte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff den Finanzminister des südamerikanischen Landes ausgetauscht. Die Staatschefin leitete mit dem Schritt eine Kehrtwende in der Haushaltspolitik ein. Rousseff bestimmte den bisherigen Planungsminister Nelson Barbosa zum Nachfolger Levys. Dieser versuchte in seiner Amtszeit, massive Sparprogramme durchzusetzen.

Eine Stabilisierung bei den Rohstoffexporteuren und eine leichte Verbesserung in den Schwellenländern wird 2016 nach einer Analyse der Weltbank zu einem nur moderaten Wachstum der Weltwirtschaft führen. DieWeltbank-Experten rechnen mit einem weltweiten Wachstum um 2,9 Prozent, nach 2,4 Prozent im vergangenen Jahr. „Das Risiko von Rückschlägen ist erheblich“, heißt es in dem Bericht, der am Mittwoch (Ortszeit) vorgestellt wurde.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim warnte vor allem vor Armutsrisiken in den Schwellen- und Entwicklungsländern. 40 Prozent der unter Armut leidenden Bevölkerung komme aus Entwicklungsländern, deren Wirtschaftswachstum sich im vergangenen Jahr verlangsamt habe. „Entwicklungsländer sollten sich für ein schwächeres wirtschaftliches Umfeld wappnen und die Schwächsten schützen“, sagte er.

Die Weltbank prognostiziert das Wachstum der Entwicklungs- und Schwellenländer für 2016 mit 4,8 Prozent nach 4,3 Prozent im vergangenen Jahr. China werde langsamer wachsen, Brasilien und Russland befinden sich sogar in der Rezession. Die vergleichsweise stabile Lage in den entwickelten Ländern könne die fragile Situation in den großen Schwellenländern nur zum Teil auffangen.

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