Strompreise für Unternehmen sind gestiegen

Seit Januar 2015 sind die Strompreise für Mittelständler im Schnitt um 1,4 Prozent gestiegen. Die günstigen Großhandelspreise wurden nicht an die Unternehmen weitergegeben und der Anteil der Steuern bleibt hoch.

Neben den Personalkosten sind vor allem die Energiekosten für Mittelständler entscheidend, wenn es um den Gewinnzuwachs geht. Waren die Strompreise für die Industrie 2014 noch gefallen, sind sie 2015 gestiegen. „Trotz gesunkener Großhandelspreise und dem weiterhin intensiven Wettbewerb unter den Stromanbietern verzeichneten wir im Jahresverlauf 2015 einen Strompreisanstieg von 1,4 Prozent“, sagt Volker Stuke des Bundesverbands der Energie-Abnehmer.

Ein Wechsel des Anbieters kann angesichts der oft nicht weiter gegebenen günstigeren Großhandelspreise für viele Unternehmen zwar in Betracht kommen. Schließlich sind die Energiepreise insgesamt aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche Chinas und dem Überangebot an Rohöl etc. deutlich zurückgegangen. Seit 2009 sind die Energiepreise gesunken. Dennoch ist ein stetiges Wechseln je nach Preis ist für Mittelständler auf Dauer keine tragfähige Stategie.

Mit 12,57 Cent pro Kilowattstunde war die Rheinische NETZGesellschaft in Köln der günstigste Anbieter. Der teuerste war mit 16,50 Cent pro Kilowattstunde die Wemag Netz GmbH in Schwerin. Der durchschnittliche Industriestrompreis inklusive Stromsteuer lag Statista zufolge im vergangenen Jahr bei 15,32 Cent pro Kilowattstunde. 2009 waren es nur 11,40 Cent pro Kilowattstunde.

Bei den hohen Energiepreisen spielen aber weiterhin auch die staatlichen Abgaben eine Rolle. Zuletzt waren die staatlichen Sonderlasten sogar noch gestiegen. Demnach betrug der Anteil der Steuern, Umlagen und Abgaben 1998 noch 0,19 Cent/kWh.  2014 machte er für nicht EEG-entlastete Industriekunden 6,82 Cent/kWh aus.

„Ein Blick auf die Entwicklung der durchschnittlichen Industriestrompreise für kleine bis mittlere Industriebetriebe seit 1998, dem Beginn der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland, zeigt, dass die Preise für Erzeugung/Transport/Vertrieb zurückgegangen sind und sich heute auf dem Niveau von 2004 und deutlich unter dem Niveau von 1998 befinden“, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew). Im Gegenzug sind jedoch die staatlichen Belastungen gestiegen, weshalb der Preis pro kWh insgesamt gestiegen ist.

Die hohen staatlichen Anteile am Strompreis machen den deutschen Mittelständler vor allem auch im europäischen Vergleich zu schaffen. So liegt Deutschland im europäischen Vergleich bei den Strompreisen für kleine und mittlere Industrieunternehmen ohne Abgaben, Steuern und Umlagen im unteren Mittelfeld. Rechnet man diese jedoch mit hinein „gehören die deutschen Industriestrompreise zu den Höchsten in Europa. Große deutsche Unternehmen stehen ähnlich im europäischen Vergleich da.

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  1. Hendel sagt:

    Wir haben seit Jahren einen auf Gewerbe und Industrie spezialisierten Energieversorger, Bei jedem Preisvergleich war der immer unter den Ersten und hat auserdem keinen Callcenter sondern man kommt auf Anhieb durch. Der Strom ist doch sowieso überall gleich und die von richtigstrom schicken mir keine Vertreter sondern machen alles per Tel, Internet und Mail.