Gefährliche Blase: Kunstmarkt ist überhitzt

Der Kunstmarkt hat im Zuge der Finanzkrise und der Unruhen in Ländern wie der Ukraine und im Nahen Osten erheblichen Zuwachs erlebt. Doch Forscher der Universität Luxemburg warnen nun vor einer möglichen Blase. Der Markt sei überhitzt, ein Crash wie in den 90ern könnte drohen.

Kunst ist nicht mehr nur eine Angelegenheit für Kunstliebhaber. Vielmehr ist es in den vergangenen Jahren wieder zu einem Spekulationsobjekt geworden. Seit der Krise 2008/2009 boomt der Markt. Mittlerweile werden die Warnungen vor einer Blase, die zu platzen droht, lauter. Dabei handelt es sich aber nicht bloß um reine auf Gespür gestützte Mutmaßungen.

Wissenschaftler der Universität Luxemburg haben zur Beurteilung der Entwicklung am Kunstmarkt eigens ein neues und direktes statistisches Verfahren zur Erkennung von Spekulationsblasen entwickelt. Dafür haben Sie eine Million Daten aus den Auktionen der vergangenen 36 Jahre gesammelt und analysiert. Dabei richtete sich der Blick auf sechs große Kunststile.

Die Auswertung veranschaulichte zwei Spekulationsblasen in den vergangenen Jahren. Den Wissenschaftlern zufolge zeige der Kunstmarkt Anzeichen einer Überhitzung, die bald eine Korrektur einfordern könnte. Vor allem bei den Kunstrichtungen „Impressionismus und Moderne“, „Kunst der Nachkriegszeit und zeitgenössische Kunst“, „Amerikanische Kunst“ und „Alte Meister“ gebe es derzeit „explosive Bewegungen“, so die Wissenschaftler.

Im Februar 2015 beispielsweise wurde das Bild „Grand Canal“ von Claude Monets für 31 Millionen Euro versteigert. Ein anonymer Bieter erhielt im Auktionshaus Sotheby’s den Zuschlag. Ein weiteres Ölgemälde Monets, „Les Peupliers à Giverny“ aus dem Jahr 1887, ging den Angaben zufolge für mehr als 14 Millionen Euro an einen Privatsammler aus den USA. Monets „L’Embarcadère“ wechselte für 13,6 Millionen Euro den Eigentümer, sein Bild „Antibes vu de la Salis“ für 11,6 Millionen.

Insgesamt wechselten Bilder im Wert von 247,3 Millionen Euro den Eigentümer. Damit war es nach Angaben des Auktionshauses die umsatzstärkste Kunstauktion, die jemals in London abgehalten wurde. „Mit der Beteiligung von Bietern aus 35 Ländern haben wir ein Allzeithoch erreicht“, sagte Newman. Sammler aus Asien und Russland stellten sich als stabile Kraft im Markt heraus.

Im November des vergangenen Jahres wechselte Amedeo Modigliani „Nu Couché“ als zweitteuerstes Werk der Kunstgeschichte den Eigentümer. Das Werk wurde für 170,4 Millionen Dollar (158 Millionen Euro) nach einem neun Minuten langen Bieterwettstreit verkauft.

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