Deutsche Wirtschaft legt 1,7 Prozent zu

Die Kauflust der Verbraucher hat die deutsche Wirtschaft 2015 erneut solide wachsen lassen. Das Bruttoinlandsprodukt legte im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zu und lag damit im zweiten Jahr in Folge über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (1,3 Prozent).

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie seit 2011 nicht mehr. Vor allem die gute Kauflaune der Verbraucher sorgte dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent stieg, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin mitteilte. 2014 hatte es ein Plus von 1,6 Prozent gegeben. „Der Konsum war im Jahr 2015 wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft“, sagte Dieter Sarreither, der Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Dank des Beschäftigungsrekords und steigender Löhne kamen Impulse vor allem von den Verbrauchern. Ihr Konsum erhöhte sich um 1,9 Prozent und damit so stark wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Die Exporte legten trotz schwächelnder Absatzmärkte in China und anderen Schwellenländern um 5,4 Prozent zu. Die Firmen investierten zwar wieder mehr. Die Ausgaben für Maschinen und Anlagen stiegen aber nur um 3,6 Prozent und damit langsamer als noch 2014 mit 4,5 Prozent 2014.

Die deutsche Volkswirtschaft wuchs so schnell, dass die Arbeitslosigkeit weiter abgebaut werden konnte“, sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. „Euroabwertung, Zinsen auf Tiefstand und nahezu keine Inflation – das sind eigentlich Turbolader für die Konjunktur.“ Vor diesem Hintergrund seien 1,7 Prozent Wachstum allerdings eher bescheiden.

Für das laufende Jahr gehen die Erwartungen weit auseinander. Optimisten peilen ein Anziehen der Konjunktur von mehr als zwei Prozent an. Pessimisten hingegen rechnen nur mit einem Wirtschaftswachstum von knapp über einem Prozent. Als Risiken gelten vor allem internationale Krisen, etwa im Nahen Osten, und eine Konjunkturabkühlung in China.

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