China wird für Schweizer Mittelstand zum wichtigen Exportpartner

Die Schweizer Exportunternehmen sehen in Asien auch in diesem Jahr einen der besten Absatzmärkte für ihre Produkte. Neben China sind auch Japan und Indien hoch im Kurs. Jedes 3. mittelständische Unternehmen erwartet in diesem Jahr einen Exportzuwachs.

Von acht Branchen rechnen fünf Schweizer Branchen für dieses Jahr mit steigenden Ausfuhren. Die Aussichten der Schweizer klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind äußerst positiv für dieses Jahr. Während die Präzisionsindustrie, die Metallindustrie und die Unternehmen für Konsumgüter mit einem Exportrückgang rechnen, erwartet der Maschinenbau ein Exportplus von 5,8 Prozent. Aber auch die Papierindustrie (+4,6 %) und die Pharma- und Chemiebranche (+4,4 %) blicken äußerst positiv in die Zukunft.

Immerhin 31,5 Prozent der Unternehmen rechnen einer Umfrage der Credit Suisse zufolge mit einem Exportzuwachs im kommenden Quartal. Nur etwa 18 Prozent erwarten einen Rückgang.

Die Exportaussichten für Schweizer Unternehmen präsentieren sich im Jahr 2016 in den asiatischen Schwellenländern am besten, allen voran in China“, sagt Bettina Rutschi, Senior Economist bei der Credit Suisse. In den kommenden zwölf Monaten wird trotz des derzeitigen Abschwungs in China mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um die 7 Prozent gerechnet. Das und die prognostizierte Abwertung des Schweizer Franken gegenüber zum Yuan um sechs Prozent begünstigen den Export nach China.

Immerhin 54 Prozent der befragten KMU gaben an, in Asien investieren zu wollen. Für jedes dritte Unternehmen ist China eine „Exportdestination“. Auf die Frage, in welchen Regionen die Mittelständler in diesem Jahr neu aktiv werden, wurde China von den meisten Unternehmen insgesamt genannt. „Selbst Nischen sind hier riesig, aber von sehr unterschiedlicher Entwicklung“, so Alberto Silini, Leiter Beratung bei Switzerland Global Enterprise. „Das regulatorische Umfeld wird in China zudem immer komplexer. Es braucht eine gut austarierte Strategie und viel Managementkapazität.“

Neben den asiatischen Ländern wie China, Japan und Indien haben aber auch die USA bei der Suche der Schweizer Unternehmen nach neuen Absatzmärkten neben Europa eine wichtige Rolle eingenommen. Neben einem stabilen Wachstum von voraussichtlich 2,3 Prozent geht die Credit Suisse hier sogar von einer Abwertung des Franken gegenüber dem Dollar um 11 Prozent aus. In den kommenden sechs Monaten wollen die Schweizer KMU ihre Exporte in die USA weiter ausdehnen. Die USA könnten damit insgesamt in diesem Jahr nach Europa der zweitwichtigste Exportmarkt für die Schweiz werden. Trotz der zunehmenden Bedeutung von China und den USA als Absatzmärkte bleibt Europa für 91 Prozent weiterhin der wichtigste Exportpartner und hier allen voran Deutschland.

Die positive Stimmung in der Umfrage spiegelt sich auch im aktuellen KMU-Exportindikator wider. Nach einem Allzeittief im dritten Quartal 2015 war der Indikator nun im vierten Quartal wieder über die Wachstumsschwelle gestiegen. Im dritten Quartal waren die Ausfuhren gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres um 5,2 Prozent auf 49,2 Milliarden Franken (45,4 Milliarden Euro) gesunken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Dienstag mitteilte. Unter Berücksichtigung von Preisveränderungen belief sich das Minus noch auf 3,8 Prozent. Am stärksten traf es die Maschinen- und Elektronikindustrie sowie die Papier- und Grafische Industrie mit einem

Minus von je rund 9 Prozent.

 

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