Asiatische Investoren erobern Österreichs Immobilienmarkt

Österreich zählt als attraktiver Immobilienmarkt. Vor allem die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist hoch. Der wirtschaftliche Abschwung in China lockt vermehrt Investoren aus dem asiatischen Raum ins Land. Das wird die Preise in den kommenden Monaten erneut ansteigen lassen.

In den vergangenen fünf Monaten haben sich die Immobilienpreise in Österreich etwas stabilisiert. „2015 war ein sehr starkes Transaktionsjahr, allerdings ist wohl davon auszugehen, dass ein Gutteil der erhöhten Grundbuchstransaktionen auf die jüngste Steuerreform zurückzuführen ist“, sagte Elisabeth Rohr vom Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft ÖVI. Sowohl die Preise für Wohnungen und Häuser waren bis Anfang 2015 deutlich gestiegen. Die Immobilienpreise in Österreich hatten sich in den vergangenen vier Jahren deutlich dynamischer entwickelt als in anderen europäischen Ländern.

Doch während der ÖVI für die kommenden Monate eine Beruhigung erwartet, rechnen die Investoren mit einem weiteren Wachstum des Marktes. In einer Befragung von Investoren durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) gaben immerhin 81 Prozent an, dass internationale Investoren ihren Anteil am Transaktionsvolumen auf dem österreichischen Immobilienmarkt vergrößern werden. Genauso viele rechnen zudem damit, dass vor allem vermehrt Konkurrenz aus dem asiatischen Raum in den Markt eindringen wird. „Zugleich wächst die Risikoaffinität der Anleger: Drei von vier Befragten erwarten einen steigenden Anteil risikoreicherer Immobilieninvestments und 64 Prozent gehen von einer Zunahme spekulativer gewerblicher Projektentwicklungen aus. Das bedeutet eine Trendwende im Vergleich zu 2014 mit 22 Prozent“, sagt Erich Sorli von EY.

Ähnlich wie der ÖVI erwarten aber auch die befragten Investoren einen Rückgang der Preise. Das Volumen der getätigten Transaktionen insgesamt werde sich jedoch erhöhen, so die Investoren. Dies spricht für ein neuerliches Wachstum auf dem Immobilienmarkt. Besonders Wohnimmobilien und der generelle Standort Wien sind für die Investoren interessant.

In Wien liegt der Durchschnitt der Angebotspreise bei rund 3.500 €/m² für gebrauchte Eigentumswohnungen. Für neue liegt er bei 4.500€/m². „Im Städtevergleich liegt Wien damit gleichauf mit Hamburg, Rom oder Mailand im europäischen Mittelfeld“, so der ÖVI. „Solange das Zinsniveau auch nicht spürbar nach oben klettert, wird auch die Nachfrage nach Immobilien weiter anhalten und Wohnimmobilien werden eine stabile Anlageform bleiben“ so ÖVI-Vorstand Andreas Wollein.

Der schwächelnde Einzelhandel, der unter der zunehmenden Konkurrenz aus dem E-Commerce leidet, schlägt sich mittlerweile auch auf die Immobilienbranche nieder. 96 Prozent der Investoren gaben an, dass diese Situation sie verunsichere, wenn es um mögliche Investitionen in Einzelhandelsimmobilien gehe. „Aus diesem Grund gewinnen temporäre Einzelhandelsflächen, sogenannte Pop-Up-Stores, an Attraktivität – das sagen 89 Prozent der Investoren“, betont Alexander Wlasto von EY. Der stationäre Einzelhandel werde sich für 89 Prozent der Marktteilnehmer weiterhin auf die A-Lagen konzentrieren.

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