Syngenta-Aktionäre fordern Rücktritt des Verwaltungsrates

Seit der Absage Syngentas hinsichtlich des Angebots von Monsanto, ist die Führung des Konzerns in Dauer-Kritik. Auch für die Übernahmegespräche mit ChemChina gab es Schelte. Ein Teil der Aktionäre fordert nun Konsequenzen von Seiten des Verwaltungsrates.

Unzufriedene Aktionäre fordern auf der kommenden Generalversammlung eine umfassende Erneuerung des Syngenta -Verwaltungsrats. „Nur neue, von der Vergangenheit unbelastete Kräfte sind in der Lage, die Gesellschaft aus ihrer misslichen Lage zu befreien“, schrieb der Geschäftsführer der „Vereinigung kritischer Syngenta-Aktionäre“, Folke Rauscher, in einem Gastbeitrag der Basler Zeitung.

Die oberste Führung des Agrarchemiekonzerns habe den Glauben an ein Überleben als unabhängiges Unternehmen aufgegeben, könne aber auch keine Alternativen vorweisen. „Der gegenwärtige Verwaltungsrat könnte sich ein letztes Mal um Syngenta verdient machen, wenn er den nötigen Wechsel selber einleiten würde“, schrieb Rauscher. „Tut er das nicht, werden die Aktionäre einen solchen herbeiführen.“ Erst im Oktober des vergangenen Jahres war der Chef von Syngenta zurückgetreten.

Syngenta hatte im vergangenen Jahr eine Übernahme durch den US-Rivalen Monsanto blockiert und damit einen Kurssturz der Aktie ausgelöst. Unter dem Druck der Aktionäre nahm der Basler Konzern darauf Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit anderen Branchenvertretern auf, darunter der chinesischen ChemChina.

Einer möglichen Übernahme durch ChemChina steht die Anlegergruppe, hinter denen früheren Angaben zufolge rund ein Prozent der Syngenta-Aktionäre stehen, kritisch gegenüber. Es sei fraglich, ob der Verwaltungsrat die Konsequenzen einer Verstaatlichung durch einen Verkauf an ein Staatsunternehmen eines kommunistischen Landes zu Ende gedacht habe. „Für uns langfristige Aktionäre ist zwar ein hoher Unternehmenswert wichtig, aber andere strategische, für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens entscheidende Werte sind es ebenso.“

 

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