China: Schwächstes Wachstum seit 25 Jahren

Das Wachstum in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft fiel 2015 mit 6,9 Prozent so schwach aus wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, wie die Statistiker mitteilten. Experten rechnen daher damit, dass die Regierung in Peking den Geldhahn weiter aufdreht.

Das Wachstum in China ist im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gefallen. Das berichtete das Statistikamt am Dienstag in Peking. Im vierten Quartal sei die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sogar nur mit 6,8 Prozent gewachsen. Die Entwicklung im vergangenen Jahr lag damit am unteren Ende der Vorgabe der Regierung in Peking von „rund 7 Prozent“. Im Vorjahr war die Wirtschaft noch um 7,3 Prozent gewachsen.

Weitere Zinssenkungen seien beschlossene Sache, sagte Angus Nicholson, Marktexperte bei IG in Melbourne. Jetzt sei nur noch die Frage, wann sie erfolgten. An den chinesischen Börsen zogen die Kurse deutlich an. Der Aktienmarkt in Shanghai verbuchte ein Plus von 3,2 Prozent. Der Index für die wichtigsten Unternehmen an den Börsen in Shanghai und Shenzhen stieg 3,0 Prozent. Auch der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte mehr als ein Prozent fester. In Tokio ging der Leitindex Nikkei 0,55 Prozent höher bei 17.048 Punkten aus dem Handel.

Analysten zufolge könnten die chinesischen BIP-Daten trotz der Konjunkturabschwächung für etwas Beruhigung am Markt sorgen. Die größten Ängste um die chinesische Wirtschaft, die in den jüngsten Börsenturbulenzen zum Vorschein gekommen seien, seien wohl übertrieben, sagte Volkswirt Louis Kuijs vom Analysehaus Oxford Economics. „Wir sehen keine Anzeichen für einen abrupten Abschwung.“ Allerdings enttäuschten andere Daten von der chinesischen Wirtschaft leicht.

So fiel der Zuwachs bei der Industrieproduktion im Dezember zum Vorjahr mit 5,9 Prozent etwas geringer aus als erwartet. Ebenso war es beim Umsatzplus des Einzelhandels. Da der Konsum und die Exporte in diesem Jahr weiter schwach ausfallen könnten, hänge viel von staatlichen Investitionen in die Infrastruktur ab, betonten Experten.

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