Oberste Asylbehörde ordnet Überstunden und Samstagsarbeit an

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will aufgrund der Flut von Asylanträgen nun mehr arbeiten als bisher. Künftig sollen bis zu 40 Stunden Mehrarbeit veranlasst werden können. Das gelte auch für den Samstag.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) reagiert mit Überstunden und Samstagsarbeit auf die Kritik am Tempo bei der Bearbeitung von Asylanträgen. „Die Hausleitung hat Mehrarbeit angeordnet“, sagte ein Sprecher am Samstag in Nürnberg. Die Leiter der einzelnen Referate seien befugt, in Bedarfsfall bis zu 40 Stunden pro Monat an Mehrarbeit zu veranlassen. Dies gelte in der Zeit von Montag bis Freitag sowie an Samstagen. Die Überstunden würden vergütet.

Der Sprecher teilte mit, die Anordnung der Hausleitung sei aufgrund der hohen Zugänge von Asylsuchenden und der aktuellen Arbeitssituation im Bundesamt notwendig. Ziel sei eine schnellere Bearbeitung der Anträge. Er verwies darauf, dass die Asyl-Abteilung in der Vergangenheit bereits ausgebaut worden sei. Im vergangenen Jahr etwa seien 20 neue Außenstellen, vier Entscheidungszentren und ein Zustellungszentrum eröffnet worden. Der operative Bereich werde weiter gestärkt.

Die Behörde und ihr Chef Frank-Jürgen Weise waren vor allem von den Bundesländern scharf kritisiert worden. Sie forderten flexiblere Arbeitsmodelle und Überstunden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer etwa hatte kritisiert, „Dienst von Montag bis Freitag“ gehe in diesen Zeiten nicht mehr.

Im vergangenen Jahr wurden fast 477.000 Asylanträge eingereicht – 135 Prozent mehr als 2014. Rund 365.000 Anträge waren zum Jahresende unbearbeitet. Das BAMF soll daher deutlich mehr Mitarbeiter erhalten.

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