Stahlkrise: Grafitspezialist SGL schließt Werk in Frankfurt

Bisher stellte SGL in Frankfurt Grafitelektroden her, die zur Produktion von Elektrostahl benötigt werden. Die Produktion in Griesheim soll nun schrittweise heruntergefahren und der Standort voraussichtlich bis Jahresende geräumt werden. SGL leidet unter der Abschwächung in der Stahlindustrie. Chinesische Stahlexporte...

Bisher stellte SGL in Frankfurt Grafitelektroden her, die zur Produktion von Elektrostahl benötigt werden. Die Produktion in Griesheim soll nun schrittweise heruntergefahren und der Standort voraussichtlich bis Jahresende geräumt werden. SGL leidet unter der Abschwächung in der Stahlindustrie. Chinesische Stahlexporte dämpfen die Stahlproduktion weltweit, das Überangebot bei Grafitelektroden drückt auf die Preise.

Der Griesheimer Standort sei bereits seit Jahren unzureichend ausgelastet gewesen, weshalb SGL schon vor drei Jahren dort Kurzarbeit eingeführt hatte. Der Konzern hatte bereits mitgeteilt, wegen des kriselnden Kerngeschäfts mit Grafitelektroden einen weiteren Stellenabbau, die Schließung und Optimierung von Standorten sowie Kapazitätskürzungen zu prüfen.

Das Geschäft mit Grafitelektroden soll bis Mitte dieses Jahres abgespalten werden, denkbar sind danach ein Zusammenschluss, ein Teilverkauf aber auch ein Börsengang. Die Produkte der Sparte werden von SGL bislang an weltweit neun Standorten hergestellt, in Deutschland neben dem Industriepark Griesheim auch im bayerischen Meiting.

„Mit der Schließung unseres Standorts Griesheim sowie den Werksschließungen in Kanada und Italien vor zwei Jahren haben wir unser Produktionsnetzwerk an die Marktentwicklung angepasst. Unser Fokus liegt nun auf der Neuausrichtung des Geschäftsmodells“, so Klaus Unterharnscheidt, Leiter des Geschäftsbereichs Performance Products (PP).

Die deutsche Rohstahlproduktion werde 2016 voraussichtlich um drei Prozent auf 41,5 Millionen Tonnen sinken, teilte der Branchenverband Wirtschaftsvereinigung Stahl am Freitag in Düsseldorf mit. „Die Stahlindustrie befindet sich weltweit in der Krise, der sich auch die Stahlindustrie in Deutschland nicht entziehen kann“, sagte Verbandspräsident Hans Jürgen Kerkhoff.

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