Schweiz droht Immobilienblase

Etliche Regionen der Ostschweiz stehen erstmals auf der Risikokarte. Der UBS zufolge befindet sich der Schweizer Immobilienmarkt nun auf der zweithöchsten Gefahrenstufe.

Der Schweizer Immobilienmarkt ist in Bewegung gekommen. In den Stadtzentren haben sich die Preissteigerungen für Eigenheime im vergangenen Jahr abgeschwächt. In der Peripherie hingegen kam es zu einem deutlichen Zuwachs. So lagen beispielsweise die Preiswachstumsraten in der Ostschweiz teilweise zwischen vier und sechs Prozent. Damit sind Regionen wie Oberthurgau, Thurtal und das Linthgebiet erstmals auf der Risikokarte zu finden, welche die UBS regelmäßig mit dem Immobilienblasenindex herausgibt.

16 Schweizer Regionen zählen demnach mittlerweile zu den Gefahrenregionen. Neben Zürich und Luzern sind das auch Lugano und March sowie Zug. Oberthurgau, Thurtal und Linthgebiet sind aufgrund der neuesten Entwicklungen zunächst als Monitoringregionen eingestuft worden, ähnlich wie St. Gallen und Winterthur.

Entwarnung gibt es hingegen insbesondere bei touristischen Regionen, in denen das Überangebot und der starke Franken auf die Eigenheimpreise drückten“, heißt es in dem UBS-Bericht. So wurden Davos und das Oberengadin von Gefahrenregionen zu Monitoringregionen zurückgestuft.

Die schlichte Verlagerung der Preissteigerung, die verstärkte Aufnahme von Krediten und der zu geringe Lohnzuwachs setzen den Schweizer Immobilienmarkt unter Druck. Der Schweizer Immobilienblasenindex ist im vierten Quartal 2015 auf 1,41 Punkte gestiegen, von 1,34 im Quartal zuvor. So waren etwa 6,2 Jahreshaushaltseinkommen nötig, um ein Eigenheim im mittleren Preissegment zu erwerben. Der langfristige Durchschnitt beträgt 5,3 Jahreseinkommen, so die UBS.

„Der stärkste Treiber des Blasenindex für Wohnimmobilien war die Zunahme der ausstehenden Hypothekarkredite der Haushalte, die im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent zulegten“, so die UBS in ihrem Bericht. Gleichzeitig sank jedoch das verfügbare Einkommen der Haushalte im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent. Das erste Mal seit fünf Jahren hatte die Hypothekarverschulung die Einkommensentwicklung zuletzt so stark überboten.

Der UBS zufolge befindet sich der Schweizer Immobilienmarkt nun auf der zweithöchsten Gefahrenstufe. Die Gefahr einer Blase hat erheblich zugenommen. Tatsächlich werden Immobilien aufgrund der niedrigen Zinsen weiterhin als Investitionsanlagen genutzt. Die Zahl der Kreditanträge bei der UBS für den Kauf von Immobilien zum Eigengebrauch hingegen ging im 4. Quartal des letzten Jahres zurück.

Tatsächlich haben im vergangenen Jahr auch immer mehr Mittelständler in Immobilien investiert. „Mit einem Anteil von 47 Prozent an den Gesamtinvestitionen aller antwortenden Kleinen und Mittleren Unternehmen stellten Immobilien in der Periode 2009 bis 2014 den wichtigsten Investitionsbereich dar“, so die Studie der Credit Suisse.

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