Crowdfunding in Österreich auf Erfolgskurs

Im vergangenen Jahr haben die Crowdfunding-Plattformen in Österreich die acht Millionen Euro Marke geknackt. So viel wurde noch nie auf diesem neuen Weg generiert. Vor allem das neue Crowdfunding-Gesetz hat noch einmal für einen neuen Schub gesorgt.

Ähnlich wie in Deutschland und in den USA wird das Crowdinvesting bei der Kapitalgenerierung für Unternehmen und Projekte in Österreich immer wichtiger. Auch wenn alteingesessene Finanzinstitute sich noch nicht von den neuen Investitionswegen bedroht fühlen, so wird sich doch in den kommenden Jahren einiges zum Vorteil der Crowdfunder entwickeln. Denn nicht nur Start-ups machen von den neuen Finanzierungsquellen Gebrauch. Auch große Unternehmen versuchen, hier für Projekte Gelder zu sammeln.

Wie sprunghaft der Crowdfunding-Markt sich entwickelt, zeigt ein Blick auf die aktuellen Daten. Seit Gründung der ersten Crowdfunding-Plattform in Österreich im Jahr 2010 wurden der Wirtschaftskammer zufolge bis Mitte Februar 2016 insgesamt 26 Projekte im Gesamtvolumen von fast vier Millionen Euro finanziert. Zum Vergleich: Allein im vergangenen Jahr wurden 8,1 Millionen Euro investiert.

Das neue Crowdfunding-Gesetz scheint Wirkung zu zeigen. Während in den ersten drei Quartalen 2015 die Investitionsbeträge quartalsweise maximal bei 1,8 Millionen Euro lagen, erreichten sie im vierten Quartal ein Volumen von mehr als vier Millionen Euro. „Das neue Gesetz hat der Branche zusätzlichen Schub gebracht, denn mehr als die Hälfte des Vorjahresumsatzes stammt aus dem letzten Quartal“, zitiert das Fachmagazin Trending Topics Paul Pöltner, den Vorsitzenden des Fachausschusses Crowdinvesting-Plattformen des Fachverbands. Insgesamt betrage die Steigerung der Beträge von 2014 auf 2015 immerhin 335 Prozent.

Nicht nur die Beträge, sondern auch die Zahl der Projekte, die nach Crowdfunding suchen, ist gestiegen. Waren es 2014 nur 26 Projekte, so waren es 2015 bereits 47 Projekte. Immerhin 44 davon haben zudem ihr Finanzierungsziel erreicht. Insgesamt wurden 70 Finanzierungen positiv abgeschlossen, so die WKO.

Beschränkt man sich nicht nur auf die Investitionen über Crowdfunding-Plattformen in Österreich, sondern schaut auch auf österreichische Projekte, die auf anderen Plattformen weltweit Kampagnen gestartet haben, ist das Finanzierungsvolumen noch deutlich höher als die 8,1 Millionen Euro.

Mehr als 1.200 Crowdfunding-Plattformen existieren weltweit. Insgesamt haben 43 Crowdfunding-Projekte ihre anvisierte Finanzierungssumme im vergangenen Jahr erreicht. Das Investitionskapital lag bei mehr als 34 Milliarden Dollar.

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