Ab April werden Plastiktüten teurer

Der Einkaufsbummel wird künftig ein bisschen teurer. Ab dem 1. April wollen viele Einzelhändler in Deutschland für Einwegtüten aus Plastik Geld nehmen. Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit einem Verbrauch von 71 Plastiktüten pro Kopf und Jahr dennoch deutlich unter dem Durchschnittsverbrauch.

Zahlreiche Unternehmen wollen sich laut HDE der Vereinbarung anschließen und kostenlose Plastiktüten abschaffen. „Es beteiligen sich so viele Unternehmen, dass 60 Prozent der Tüten im Handel erfasst sind“, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Binnen zwei Jahren sollen 80 Prozent der Kunststofftüten kostenpflichtig sein.

„Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch keine Vereinbarung“, betonte ein Sprecher des Umweltministeriums. Entscheidend sei, dass in den nächsten zwei Jahren tatsächlich 80 Prozent der Tüten erfasst seien. „Dafür kommt es darauf an, dass auch andere Verbände mitmachen.“ Klappe dies nicht, sei „eine Regelung per Ordnungsrecht unausweichlich“.

Mit der freiwilligen Initiative des Handels soll eine gesetzliche Regelung vermieden werden. Laut HDE legen die Einzelhändler jeweils selbst fest, wie teuer eine Plastiktüte wird, da sich die Unternehmen aus kartellrechtlichen Gründen nicht absprechen dürfen.

Der freiwilligen Initiative schließt sich unter anderem die Drogeriekette dm an, die an ihren Kassen bisher neben Bezahltaschen auch noch kleine Tüten kostenlos zur Verfügung stellt. Damit soll zum 1. April Schluss sein.

In einigen Märkten habe dm bereits testweise auf kostenlose Plastiktüten verzichtet, erklärte Geschäftsführer Eric Harsch. „Unsere Kunden haben dies überwiegend positiv aufgenommen.“ Deshalb sei es für das Unternehmen „folgerichtig“, die Initiative des Einzelhandels mitzutragen.

Hintergrund der Handelsinitiative ist eine EU-Richtlinie zum Verbrauch von Plastiktüten: Danach sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, den Verbrauch ab 2020 auf 90 Tüten pro Einwohner und Jahr zu verringern, ab 2026 auf 40 Stück.

Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit einem Verbrauch von 71 Plastiktüten pro Kopf und Jahr deutlich unter dem Durchschnittsverbrauch von 198 Stück und erfüllt die Vorgabe für 2020 schon heute. Trotzdem soll der Verbrauch hierzulande weiter sinken.

Der Naturschutzbund Nabu hatte im Herbst einen Preis von mindestens 50 Cent pro Einwegtasche gefordert. Die zehn bis 20 Cent, die Verbraucher schon heute in vielen Supermärkten für Tüten zahlten, sind demnach zu wenig, um den Verbrauch deutlich zu reduzieren.

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