US-Unternehmen erwarten Abschwung

Die US-Wirtschaft blickt pessimistisch in die kommenden Monate. Der amerikanische Mittelstand rechnet mit einem Abschwung und senkt die Ausgaben. Aber auch der Großhandel setzt auf den Abbau von Lagerbeständen, statt neu einzukaufen. Das wird die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter schwächen.

Im Januar ist der Mittelstands-Index, der SFIB Small Business Survey, auf den tiefsten Stand seit Februar 2014 gesunken: von 95,2 auf 93,9 Punkte. Die kleinen und Mittleren Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einem Rückgang des Umsatzvolumens. Die Zahl der Unternehmen, die in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorquartal gestiegene Verkäufe vorweisen konnten, ist gesunken. Erste Schätzungen zeigten im letzten Quartal 2015 nur mehr ein BIP-Wachstum von 0,7 Prozent. Small Business Optimism Index ist um einen Punkt zurückgegangen.

„Die Fed-Politik bietet Liquidität und drückt die Zinsen“, heißt es im SFIB Small Business Survey, aber sie ermutige nicht, zu konsumieren und zu produzieren. „Tatsächlich vermitteln die politischen Aussagen ein Gefühl der Verzweiflung, was nicht für positive Erwartung hinsichtlich der US-Wirtschaft sorgt.“

Neben den Mittelständlern spüren auch die großen US-Unternehmen den Druck und treffen erste Vorkehrungen. So sanken die Lagerbestände des Großhandels im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent und die Absätze im Großhandel gingen um 0,3 Prozent zurück. Die aktuelle Daten zu den Absätzen des Großhandels zeigen, „dass das Niveau der letzten 12 Monate dem des Jahres 2013 entsprach“, sagt Volker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. „Das ist in Verbindung mit der Höhe der Lagerbestände schlicht weg und einfach prekär!“

Da sich die Lagerbestände des US-Großhandels weiter auf historisch hohem Niveau bewegen, ist davon auszugehen, das die Unternehmen in den kommenden Monaten vermehrt ihre Lagerbestände reduzieren werden. Das wird zu einem weiteren Sinken der Industrieaufträge führen, die Produktion wird gedrosselt werden. Bereits im Dezember verbuchte die US-Industrie im Dezember einen Rückgang der Bestellungen um 2,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im November wurden ebenfalls weniger Bestellungen verbucht.

Ähnlich pessimistisch stimmt in diesem Zusammenhang auch der „Total Business: Investories to Sales Ratio“, der Index, der das Verhältnis der Lagerbestände zum Absatz in Monatsumsätzen misst. Im Dezember teilte das US-Statistikamt mit, dass der Index zuletzt im Oktober auf 1,38 gestiegen ist. Im Juni lag er noch bei 1,30. Damit erreichte die „Investories to Sales Ratio“ den höchsten Stand seit der Ende der letzten Rezession im Juni 2009.

Kommentare

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  1. weber sagt:

    Die amerikanischen Atomverhandlungen mit dem Iran sind das Feigenblatt, hinter dem sie ihre Ölinteressen verstecken. Die USA wollen bestimmen, wie viel Erdöl der Iran nach Europa liefern darf. Wenn dieses Öl an den Markt kommt, gehen die Preise noch mehr zurück und das ist schlecht für die Fracking-Industrie im Süden der USA, die bereits mit 430 Mrd. US-Dollar verschuldet ist, aber gut für das verarbeitende Gewerbe im Norden, wo die Demokraten das Sagen haben. Deshalb torpedieren die Republikaner die Verhandlungen und schicken Donald Trump ins Rennen. Die Banken geraten mit unter Druck, wegen der Kreditvergabe in die Fracking-Unternehmen.

    Die Sanktionen sind jetzt gefallen und der Iran liefert seither 300.000 Barrel Öl pro Tag nach Europa. Die Produktion soll gesteigert werden auf 500.000 Barrel pro Tag.

    Wie teuer die Produktion im Iran ist, ist mir nicht sagen, für Rußland ist der Preis zu niedrig, für Venezuela und vor allem für die USA. Viele Ölförderländer drohen sich wegen der schrumpfenden Deviseneinahmen von innen zu destabilisieren.
    Und die Fracking-Bohrung ist keine langfristige Angelegenheit. Ein Bohrloch ist nach 2 Jahren versiegt, dann muß ein neues Bohrloch her.

    Die USA sind gespalten in Nord und Süd. Möglicherweise steht der von wichtigen Beobachtern prognostizierte Zerfall bevor.
    Die Pax Amerikana kann nicht mehr finanziert werden. Von den ehemals 600 Kriegsschiffen sind nur noch 200 in Betrieb.
    Die neuen Mitspieler China, Rußland, der Iran drängen auf die Weltmeere.

    Imperien werden irgendwann zu teuer und vor diesem Problem stehen die USA jetzt.

  2. Eck sagt:

    Kein wunder das dieser „Friedensnobelpreisträger“ alleine im Abteil sitzt, mit dem würde ich auch nicht spielen !