Österreicher fühlen sich unterbezahlt

Viele Österreicher sind mit ihrem Arbeitsplatz nicht mehr zufrieden. Schlechte Bezahlung und die Angst vor einer Kündigung machen den Berufsalltag schwieriger. Fast zwei Drittel der Österreicher fühlen sich unterbezahlt.

Die Zahl der Österreicher, die mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind, hat sich deutlich reduziert. Nur mehr 63 Prozent der der Österreicher sind mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden. 2010 waren es noch 82 Prozent, das geht aus dem Aktuellen Allianz Arbeitsmarktbarometer 2010 bis 2015 hervor. Und das, obwohl beispielsweise die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche seit 2010 von 43,8 auf 43,1 Stunden gesunken ist.

Besonders hoch ist die Unzufriedenheit in der Gastronomie, bei Banken und Versicherungen und im Gesundheitswesen. Waren beispielsweise 2010 noch 81 Prozent der Angestellten in der Gastronomie zufrieden mit ihrer Arbeit sind es 2015 nur noch 53 Prozent.

„Bei Gehalt und Karrierechancen driften Wunsch und Wirklichkeit am meisten auseinander“, so Inge Schulz von der Allianz Gruppe in Österreich. Immerhin zwei Drittel der Berufstätigen fühlen sich mittlerweile unterbezahlt. Interessanterweise zeigen sich hier auch starke regionale Unterschiede. Gerade im Burgenland, in Oberösterreich, Kärnten und Niederösterreich sank die Zufriedenheit mit dem ausgezahlten Gehalt in den letzten fünf Jahren drastisch. Sind 2010 im Burgenland beispielsweise noch 72 Prozent mit ihrer Bezahlung zufrieden gewesen, war es im vergangen Jahr nur noch jeder fünfte.

Dennoch will die Mehrheit der Österreicher in nächster Zeit nicht ihren Beruf wechseln. Häufiges Job-Wechseln ist in Österreich aber generell nicht gängig. Im Schnitt sind die Österreicher seit fast 9 Jahren in ihrem derzeitigen Unternehmen, nur 24 Prozent hatten in ihrem Leben mehr als 5 Arbeitgeber, heißt es im Arbeitsmarktbarometer. Vielmehr fürchtet mittlerweile jeder achte um seinen Job.

„Die dramatischen Ergebnisse der Umfrage spiegeln die Entwicklung am heimischen Arbeitsmarkt wider“, so Schulz. Seit 2010 ist die Zahl der Arbeitslosen um 42 Prozent von 250.000 auf 354.000 gestiegen. So habe beispielsweise die Versicherungswirtschaft in den vergangenen fünf Jahren ihren Beschäftigtenstand von rund 26.000 weitgehend halten können, während im Bankenbereich ein Abbau von einem Drittel der rund 75.000 Arbeitsplätze in den nächsten Jahren befürchtet werde.

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