Grenzkontrollen kosten Österreichs Wirtschaft täglich 8,5 Millionen Euro

Die wieder eingeführten Grenzkontrollen kosten den Schengen-Länder, bis zu 18 Millionen Euro im Jahr, so die EU-Kommission.

Die wieder eingeführten Grenzkontrollen kosten Österreichs Wirtschaft jeden Tag 8,5 Millionen Euro. Vor allem die Transportbranche belasten die langen Wartezeiten an der Grenze. Eine permanente Wiedereinführung von Grenzkontrollen in der EU würde die Schengen-Ländern in den kommenden zehn Jahren rund 110 Milliarden Euro kosten. Das ergaben Berechnungen des französischen Thinktanks France Strategie. Die Summe entspricht 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung der Europäischen Union.

Nach Berechnungen der EU-Kommission würde eine flächendeckende Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Schengen-Raum pro Jahr bis zu 18 Milliarden Euro verschlingen. Schätzungen zufolge würden die langfristige und systematische Einführung von Kontrollen zwischen fünf und 18 Milliarden Euro allein an direkten Kosten verursachen, warnte die Brüsseler Behörde am Mittwoch. „Sollte der in Gang gesetzte Prozess die wirtschaftliche Integration, inklusive das ordnungsgemäße Funktionieren der Wirtschafts- und Währungsunion gefährden, könnten die indirekten Kosten mittelfristig dramatisch höher sein als die direkten Kosten.“

Das wahrscheinlichste Szenario seien Extra-Kosten in Höhe von 7,1 Milliarden Euro, erklärte die EU-Kommission in einem 22-seitigen Papier an das EU-Parlament und den EU-Rat. Davon resultierten 3,4 Milliarden Euro aus zusätzlichen Wartezeiten von einer Stunde für Lkw sowie 2,6 Milliarden Euro aus längeren Fahrtzeiten und Staus für Pkw-Fahrer. Auf die Mitgliedsländer kämen in diesem Szenario zudem 1,1 Milliarden Euro an Kosten wegen der Einführung der Kontrollen hinzu.

Nach den Annahmen der EU-Kommission wären die Auswirkungen weit über den Transportsektor hinaus spürbar, da auch Umfang und Kosten für den Warenhandel sowie die Leistungsfähigkeit der europäischen Logistikbranche betroffen seien. Auch der Arbeitsmarkt werde in Mitleidenschaft gezogen, da im Schengen-Raum ein Prozent der Beschäftigten in einem Nachbarland einen Job habe und künftig Grenzkontrollen über sich ergehen lassen müsste. Auf die Tourismusbranche kämen Simulationen zufolge im Falle einer möglichen Zersplitterung der Visa-Regeln Einbußen zwischen zehn und 20 Milliarden Euro zu.

Kommende Woche wollen die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel über Wege aus der Flüchtlingskrise beraten. Vor dem eigentlichen Gipfel ist Diplomaten zufolge wieder ein Treffen einer Reihe von EU-Staaten geplant, die sich enger abstimmen wollen. Welche Länder genau teilnehmen, ist noch unklar.

Kommentare

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  1. Kritiker sagt:

    Was soll diese gesamte Argumentation zu den Kontrollen.
    Wie war es den vorher? Wurde in den EU-Ländern kein Außenhandel betrieben?
    Auch die Durchsagen im Radio werden immer bei Stau an den Grenzen mit Hinweis auf die derzeitigen Grenzkontrollen verkündet.
    So funktioniert Manipulation, mit ständiger Wiederholung.
    Tatsache ist, dass durch die ungesicherten Grenzen und das Durchwinken der Migrationsströme Recht und Gesetz gebrochen wird.
    In einem Artikel im Handelsblatt vom 29.1. werden allen Gesetzesbrüche aufgelistet.
    Ich halte mich an Prof. Schachtschneider: Wenn Moralität vor Recht steht, haben wir keinen Rechtstaat mehr.
    Das sollten sich alle vorhalten, wenn Sie von einem Rechtstaat BRD schwadronieren.

  2. schmidt sagt:

    Na, wo ist das Problem ? Wenn kein Geld mehr da ist wird schnell welches gedruckt!