Think Tank: Schweizer Landwirte produzieren zu viel

Die Schweizer Landwirtschaft schafft weniger Werte als für die Produktion ihrer Werte aufgewendet wird. Um wirtschaftlicher zu sein, sollte die Landwirtschaft in offenen Wettbewerb mit anderen europäischen Ländern gestellt und weniger produziert werden, so der Think Tank Avenir Suisse. Es gebe keinen Grund, warum die Schweizer für Schweizer Nahrungsmittel mehr zahlen sollten als für europäische.

Das entspricht einem Rückgang um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Produktionskosten lagen trotz eines Abflauens bei 10,2 Milliarden Franken. Hinzu kommen Staatsbeiträge in Form von Direktzahlungen und anderem in Milliardenhöhe. „Mit 2,9 Milliarden Franken machen diese Beiträge über 23 Prozent der Gesamtressourcen des Schweizer Agrarsektors aus und bilden einen wichtigen Bestandteil des Landwirtschaftseinkommens“, so das Bundesamt für Statistik.

„Selbst unter Berücksichtigung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen wie Waldschutz oder Biodiversität verbraucht der Schweizer Agrarsektor mehr Ressourcen, als er Wert schafft“, sagt Simone Hofer Frei vom Think Tank Avenir Suisse. Tatsächlich produziere die Schweizer Landwirtschaft aber nicht zu wenig, sondern noch zu viel.  „Die überteuerte industrielle Produktion von Milch und Fleisch übersteigt das agrarökonomische Potenzial der Schweiz“, sagt auch Umweltökonom Felix Schläpfer.

So könnten viele Schweizer Landwirte mehr verdienen, wenn sie weniger intensiv produzieren würden. „Bei vielen zählt immer noch die Milchleistung pro Kuh statt das Einkommen pro Stunde“, so Schläpfer weiter. Demzufolge würde es den Landwirten guttun, tatsächlich dem europäischen Wettbewerb ausgesetzt zu sein. Der Grenzschutz für Schweizer Produkte ist nicht notwendig. 2015 rechnet das Bundesamt für Statistik mit einem Rückgang des Einkommens des Landwirtschaftssektors um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dem Think Tank zufolge sollte man sich generell auch die Frage stellen, warum Schweizer überhaupt so gern beispielsweise „überteuertes einheimisches Gemüse“ kaufen. Schließlich setzen die Schweizer Landwirte auch etwa doppelt so viele Pflanzenschutzmittel ein wie Landwirte aus Deutschland oder Österreich, sagt Schläpfer mit Verweis auf eine aktuelle Studie. Der Schweizerische Bauernverband hingegen beklagt die zu niedrigen Preise und zu hohen Auflagen.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Think Thank,Avenier Suisse.
    Seit Jahrzehnten wird an der Schweizer Landwirtschaft Herumgebastelt,
    was das Zeugs hergibt.Eine nachhaltige Struktur Kernrichtung ist kaum noch auszumachen.
    So im 5-10 Jahresrytmus werden die Strukturen jeweils umgestellt. Die Leidtragenden sind tatsächlich die Landwirte die den ganzen Bastelzirkus mitmachen müssen.
    Allgemein zu Avenier Suisse.
    Die entwickeln ,,Bilder,, die insbesondere auf dem Hintergrund der aktuellen Globalen Entwicklung hinten und vorne nicht mehr aufgehen.
    Schlicht ein Phantasten oder Traumschloss-Verein.
    Weitestgehend imun gegen Substanzielle Kritik.