Umweltministerin: Spritfressende Autos sollen Prämie für E-Autos finanzieren

Wer ein Auto mit hohem Spritverbrauch will, muss dafür bald vielleicht ein paar Euro mehr hinblättern: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will solche Fahrzeuge beim Neukauf mit einer Strafabgabe belegen. Das soll dann zur Finanzierung der möglichen Prämie für E-Autos genutzt werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat eine Schadstoff-Abgabe beim Neukauf von Autos mit hohem Spritverbrauch vorgeschlagen, um eine Kaufprämie für Elektroautos zu finanzieren. Bei einem Porsche Cayenne etwa „könnten 1000 Euro fällig werden“, sagte die SPD-Politikerin dem Magazin Der Spiegel vom Samstag.

Die einmalige Abgabe könne als Umweltbeitrag mit 50 Euro bei einem Kohlendioxid-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer anfangen, wie ihn kleinere Autos hätten. Als Alternative sei auch eine höhere Belastung von Diesel-Fahrern denkbar, die insgesamt deutlich weniger Steuern zahlten als Halter von Benzinfahrzeugen. „Da ist also noch Spielraum für eine kluge Gegenfinanzierung.“

In der Bundesregierung wird über eine Kaufprämie oder andere finanzielle Anreize für Elektroautos diskutiert, um die Nachfrage nach den umweltfreundlichen Fahrzeugen anzukurbeln. Bis März wollen Regierung und Autoindustrie einen „gemeinsamen Handlungsrahmen“ entwickeln, wie die Elektromobilität vorangebracht werden kann.

„Es geht um einen fairen Ausgleich zwischen den Fahrzeugen mit hohem CO2-Ausstoß und solchen, die mit geringen Emissionen zum Klimaschutz beitragen“, begründete Hendricks ihren Vorschlag einer „Bonus-Malus-Regelung“. Sie habe großes Verständnis dafür, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) „Kaufanreize nicht aus dem Steuersäckel finanzieren will“. Schäuble hat wiederholt erklärt, es sei nicht die Aufgabe des Staates, beim Absatz von Autos behilflich zu sein.

Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Am guten Wesen soll die Welt genesen.

  2. Syssiphus sagt:

    Warum man unökonomische Kutschen subventionieren will,ist mir unklar.Welcher Lobbyist ist da vorstellig geworden ? Derzeit ist das E-Auto doch ein gewaltiges Minusgeschäft für den Autofahrer.Natürlich müsste es für jeden Grünen zwingend vorgeschrieben werden,wenn schon-denn schon.

  3. Stumpf sagt:

    Wer mehr Sprit verbraucht zahlt doch eh schon mehr. Ich freue mich ueber jeden SUV da mit dem Mehrverbrauch auch meine Rente gesichert ist!

  4. Volker K. sagt:

    Und ich habe keine Lust als Privatperson irgendwelche Elektromobilbauer zu mästen, welche ihrerseits Politiker wie Frau Barbara Hendriks einspannen, um mich zur Kasse zu bitten.
    Selbst hätte ich hier auch einen Vorschlag einzubringen, welcher den Intentionen der Dame
    voll entsprechen würde.
    Alle Großverdiener ab einem bestimmten Gehaltslevel werden einfach zum Kauf eines Elektromobiles zwangsverpflichtet. Personen wie Frau Hendriks gehören natürlich zu diesem erlauchten Kreis.
    Andererseits könnte sich die Dame in Ihrer Position auch Gedanken über die Verbesserung /Subventionierung des öffentlichen Nahverkehrs machen. Hiermit wäre der Allgemeinheit – auch unter Umweltschutzaspekten – mehr geholfen.

  5. weber sagt:

    Wer sich einen Porsche kauft, dem kommt es auf 1000 Euro sicher nicht an, die Rätselhaftigkeit geht mehr von der Ministerin aus. Ihr Plan klingt nach Stückwerk, so, als habe sie gerade eben angefangen, über die Umwelt nachzudenken und dann ihre kleine Tochter gefragt: was würdest du tun?

    Für die SPD jedenfalls besteht kein Kaufanreiz – mieses Design, untermotorisiert, viel zu teuer im Unterhalt, nicht wiederverwertbar und Rußschleuder.
    Wer SPD wählt, sollte eine Umweltabgabe leisten und nicht zu knapp. Ich denke, da kämen wir schneller voran.