Niedrigzinsen treiben Immobilienpreise in Deutschland nach oben

2015 sind die Preise für Eigentumswohnungen noch einmal kräftig gestiegen. Diese erhöhten sich im Schnitt um sechs Prozent. Vor allem in den Städten kam es der Bundesbank zufolge zu einer massiven Überwebertung der Immobilien. Die Niedrigzins-Politik, die günstige Hypothekenkredite produziert, ist für den Anstieg mitverantwortlich.

Die Preise für Wohnimmobilien sind im vergangenen Jahr um durchschnittlich 6 Prozent gestiegen und das, obwohl sie bereits 2014 um etwa 5,5 Prozent nach oben gegangen waren. Vor allem Wohnimmobilien waren gefragt. Diese haben sich im Gegensatz zu den Reihen- und Einfamilienhäusern sogar um 6,5 Prozent verteuert, wie die Bundesbank mit Verweis auf die bulwiengesa AG in ihrem Monatsbericht mitteilte:

„Das Ausmaß der Preisanstiege bei Wohnungen nahm vor allem in denjenigen Städten zu, in denen das Interesse an Eigentumswohnungen bislang vergleichsweise gering gewesen war, während sich im Fall von Reihenhäusern die Preisentwicklung auch in den Regionen spürbar beschleunigte, die zuvor bereits überdurchschnittliche Preissteigerungen aufgewiesen hatten.“

Unterdessen ist im vergangenen Jahr die durchschnittliche Rate für Hypothekendarlehen noch einmal um 0,5 Prozent auf unter zwei Prozent gefallen. Nimmt man die längerfristig erwartete Inflationsrate dazu, so ist der Zinssatz seit 2009 um 1,5 Prozent bei den Hypothekendarlehen gesunken: ein historischer Tiefstand. „Rechnerisch könnte etwa ein Fünftel des Preisanstiegs bei städtischen Wohnimmobilien seit dem Jahr 2009 dem außerordentlichen Rückgang des Zinsniveaus zugeschrieben werden.“

Entsprechend der anziehenden Preise für Immobilien, sind auch die Neuvertragsmieten im vergangenen Jahr gestiegen. Bei Wohnungen gingen die Mieten um 3,25 Prozent hoch. In Großstädten fielen die Mieterhöhungen niederiger aus als noch 2014. Hier ist davon auszugehen, dass bereits die ersten Auswirkungen der Mietpreisbremse zu spüren sind. Die hohe Zahl der Flüchtlinge hat der Bundesbank zufolge nicht zwangsläufig einen sehr großen Einfluss auf die Mieten haben. Das hänge stark davon ab, wo sich die Flüchtlinge vermehrt niederlassen, wenn ihnen Asyl gewährt wurde. Gehen sie in hoher Zahl in die Ballungsräume könnte das dennoch den Miet- und Preisdruck bei Wohnimmobilien verstärken.

Kommentare

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  1. Matthias sagt:

    Keine Sorge, hier wird noch viel mehr Geld hinneingepumpt!

    Mein Nachbar, der bei der Com***ank arbeitet, hat mir erzählt, dass Sie mit der Bearbeitung der Kreditanträge für Renovireungen/Modernisierungen bzw. Neubauten kaum noch hinterherkommen…
    ———————————————
    Leider nehmen weiterhin immer mehr Leute assive Geldmengen mit 1% anfänglicher Tilgung bei 15 Jahren Laufzeit auf…
    Da ist ja auch ohne große Rechenkenntnisse absehbar, dass immer mehr um Immos und Grundstücke mitkämpfen wollen…Ist ja momentan so günstig….
    Nur von den evtl. Zinsanpassungen bis dahin,…. davon will keiner wissen…

    Lustige Teufelsspirale finde ich….

  2. Brigitte sagt:

    Vielleicht noch nicht zu sehen, doch werden wir, sollten die Zentralbanken weiterhin die Märkte mit Geld überschwemmen und dieses nicht aus dem Markt ziehen, einen Verfall der Städte sehen. Warum? Weil es sich nicht lohnt in Anlagen Geld zu stecken, ohne dass zumindest dieses wieder z.B. durch Mieteinnahmen zurück kommt.

    Immer mehr Menschen werden sich Mietzahlungen nicht mehr leisten können und es wird vermehrt zu Zahlungsausfällen kommen. Hinzu kommt die künstliche Begrenzung von Mieterhöhungen in Ballungsräumen, welche eigentlich die Mieter schützen soll.

    Warum, wenn ihr Politiker Euch schon so sorgt um die Mieter, sorgt ihr nicht dafür, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften und somit deren Verhandlungsbasis gegenüber Unternehmen steigt? Durch eine steuerliche Änderungen, z.B. steuerliche Gleichstellung der Arbeit von Menschen und Maschinen innerhalb von Unternehmen, wäre schon ein großer Schritt in diese Richtung getan.