Schweiz will an 1000er-Noten festhalten

Die Schweiz hält an ihren Tausender-Banknoten fest. Es gebe keine Pläne, die violetten Scheine abzuschaffen, erklärte ein Sprecher der Schweizer Notenbank am Dienstag. Die Europäische Zentralbank (EZB) will hingegen den 500-Euro-Schein aus dem Verkehr nehmen und damit Kriminellen das Handwerk legen.

Schweizer Banknoten - 1000 Franken

Der 1.000-Franken-Schein, den nur wenige Schweizer im Alltag zu Gesicht bekommen, ist noch deutlich mehr wert und zählt zu den grössten Banknoten weltweit. Im Dollar-Raum reicht die Skala nur bis zur 100-Dollar-Note. Die Schweizer Notenbank sehe jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Grösse einer Banknote und den Anstrengungen zur Bekämpfung von Kriminalität, erklärte sie.

Damit stellt sich die Schweizer Nationalbank gegen den Trend: In den USA hat der frühere Finanzminister und einflussreiche Harvard-Ökonom, Larry H. Summers, die Debatte um die Abschaffung von Bargeld befeuert: Er fordert das Ende der 100 Dollar-Note. Langfristig sollten sich alle Nationen solch restriktiven Massnahmen anschliessen.

Summers fordert zwar nicht, dass die Scheine mit hohem Wert, also 500 Euro und 100 Dollar, sofort aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Allerdings plädiert er dafür, dass ab sofort keine neuen Banknoten in dieser Höhe mehr gedruckt werden. Die EZB, die EU-Kommission und Deutschland haben sich bereits dafür ausgesprochen, die 500-Euro-Note abzuschaffen. Sollte die Eurozone sich zu diesem Schritt entschliessen, kämen laut Summers auch andere Länder unter Druck, nachzuziehen – als Beispiel nannte er die Schweiz, von der er ähnliche Massnahmen erwartet.

Noch besser als ein europäischer Weg wäre laut Summers ein globales Abkommen, das eine weitere Ausgabe von Banknoten verbietet, die den Wert von 50 bis 100 Dollar überschreitet. Eine solche Vereinbarung wäre das Bedeutendste, was die G7 beziehungsweise G20 in den vergangenen Jahren beschlossen hätte, so der Ökonom.

Kommentare

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  1. ReH sagt:

    Zitat: Die Europäische Zentralbank (EZB) will hingegen den 500-Euro-Schein aus dem Verkehr nehmen und damit Kriminellen das Handwerk legen.

    Da lachen ja die Hühner. Wenn man Kriminellen das Handwerk legen will, sollte man bei Bankenregulierung beginnen und mit der Auflösung der EU- Steueroasen ernst machen. Wird man aber nicht und das sagt alles darüber aus, wie ernst es tatsächlich gemeint ist.

  2. Jürg aus Zürich sagt:

    Es stimmt nicht, dass nur wenige Schweizer den 1000er zu Gesicht bekommen!
    Es versteht sich, man geht damit keine Zeitung kaufen, aber für grössere Einkäufe ist sie ein tägliches Zahlungsmittel.
    Und Händler nehmen sie gerne, bei einer Kreditkartenzahlung fallen um die 2,5 % Provision an, also 25.- CHF.

  3. Samuel sagt:

    Es gibt keinerlei Gründe 500 Euro Scheine abzuschaffen. Damit bezahlt man ein Auto oder beliebige andere größere Anschaffungen. Mit Kriminalität hat diese Abschaffung nichts zu tun. Es soll uns auf die Stufenweise Abschaffung des Bargeldes vorbereiten wo alles nur noch elektronisch geht. Die selbstgemachte Marmelade die man der Nachbarin abkauft, die 50 Euro die man jemand für nen Nachmittag Hilfe zahlt wird dann endlich versteuert werden müssen. Der Staat wird dann wie schon lange gewünscht zum allwissenden Kontrollorgan über jede Tätigkeit seiner Bürger.