Merkel: Flüchtlinge können gegen Facharbeitermangel helfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht nach eigenen Worten davon aus, dass Flüchtlinge zur Linderung des Facharbeitermangels beitragen könnten. Damit widerspricht die Kanzlerin der Ansicht von Ökonomen, die den wirtschaftlichen Nutzen von Flüchtlingen stark anzweifeln.

Zunächst müssten die anerkannten Asylbewerber Deutsch lernen und etwa über Praktika und Ausbildung einen Einstieg schaffen, sagte die CDU-Chefin in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. Dann könne man einigen Flüchtlingen eine gute Perspektive geben und der Wirtschaft beim Thema Fachkräftemangel helfen.

Wörtlich sagte die Kanzlerin:

„Ja, insgesamt ist das Thema Fachkräftemangel – nicht nur im Handwerk, aber auch
im Handwerk –ein großes Thema. Und das Erste, was wir machen müssen, ist aufzupassen, dass die duale Ausbildung, die Berufsausbildung, auch wirklich weiter eine Säule der deutschen Bildungslandschaft bleibt; dass nicht immer mehr Menschen denken, sie müssen studieren. Ein sehr wichtiger Punkt ist auch, dass es jetzt vermehrt Möglichkeiten gibt, dass Studenten, die ihr Studium nicht beenden, auch  wieder zurückgehen können und dann einen Handwerksberuf oder eine berufliche  Ausbildung in einem Betrieb machen können. Denn Studium anfangen und dann ein Leben lang ohne Abschluss sein, ist auch für die Frage der Arbeitslosigkeit ein sehr großes Risiko. Und insofern werbe ich dafür. Wir haben die Allianz für Aus- und Weiterbildung, und wir haben auch sehr viel Berufsberatung in den Schulen, um immer wieder zu gucken: Wie können Menschen für bestimmt Berufe begeistert  werden?

Jetzt sprechen Sie das Thema Flüchtlinge an –mit Recht. Wir wollen natürlich sehr schnell versuchen, mit der Abarbeitung der Asylanträge dann, bei positiven Bescheiden, auch sofort zu gucken: Welche beruflichen Fähigkeiten bringen die Flüchtlinge mit? Und dann zwischen der Bundesagentur für Arbeit und – zum Beispiel –dem Zentralverband des Deutsches Handwerks, regional dann natürlich abgestuft, auch Möglichkeiten zu finden, dass Flüchtlinge schnell Arbeitsmöglichkeiten bekommen. Da wird man erst mal Einstiegsmöglichkeiten brauchen; zum Beispiel verlängerte Praktika könnten eine Möglichkeit sein, damit Sie sich dann auch einen Überblick verschaffen können. Wir müssen gucken, dass wir die Sprachausbildung vielleicht auch zum Teil parallel zur beruflichen Phase machen; dass die Sprachausbildung auch auf die beruflichen Herausforderungen ausgerichtet ist. Und dann, glaube ich, können wir einigen Flüchtlingen doch hier eine gute Perspektive geben –und Ihnen beim Thema Fachkräftemangel helfen.“

Nach einem Zeitungsbericht bezweifelt allerdings eine Mehrheit der deutschen Ökonomen den wirtschaftlichen Nutzen durch Flüchtlinge. In einer Umfrage unter 220 Wirtschaftsprofessoren hätten 40 Prozent erklärt, die Asylbewerber brächten eher Nachteile, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Vorteile sehen demnach 23 Prozent.

Kommentare

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  1. Stumpf sagt:

    Koennen? vieleicht, aber sie tun es nicht!

  2. BigBernd sagt:

    Ich möchte an der Stelle darauf hinweisen, dass jeder Mann und jede Frau das Recht und die Pflicht hat, über das Staatswesen in dem er oder sie lebt oder leben soll zu bestimmen.
    Jeder hat das Recht eine Verfassung einzufordern und diesbezüglich auch daran mitzuarbeiten bzw. mitzubestimmen.

    Dies wussten bereits die Väter des Grundgesetzes (siehe §146), die mit Sicherheit mehr Gespür für Krisen und Kriege hatten, als die Schnarchnase von heute.

    Rein theoretisch, wenn man die Gegebenheiten im „Lande“ bemängelt, könnte man sie über eine neue Verfassung ja beheben. 😉 Wo keine Verfassung mit Rechten, da auch kein Recht. 😉

    Aber dazu gehört wohl zuviel Mut. Gewollt ist es ja nicht.

  3. Paul Beuter sagt:

    Das Gerede von einer machbaren Integration in den Arbeitsmarkt ist doch eine Mär, um nicht zu sagen Volksvedummung! All die jungen Syrer haben doch ihre Ausbildungsphase hinter sich. Und das in einem Land, wo gemäß Statistiken knapp 20 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft arbeiten und das BIP pro Kopf ein Zehntel des Deutschen beträgt. Sie sind also für ganz andere berufliche Anforderungen ausgebildet als sie hier in Deutschland gegeben sind.

    Im Hochtaunuskreis wurde im Jahr 2013 ein Leitbild Integration verabschiedet. Darin wird beklagt, daß im Kreis, der im prosperierenden Rhein-Main-Gebiet liegt, 70 % der Hartz4-Bezieher einen Migrationshintergrund haben. Und diese Zahl bezieht sich auf Zeiten, als nur ein Bruchteil der jetztigen Zuwanderer ins Land kamen. Wie es in wirtschaftlich schwächeren Regionen aussieht beschreibt der Essener Kommunalpolitiker Guido Reil exemplarisch hier in der WAZ: http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/essen/der-essener-norden-schafft-das-nicht-id11442282.html?service=mobile

    Es scheint mir vollkommen klar zu sein, daß derartige Aussagen von Merkel und anderen mit der vor uns liegenden Realität nichts zu tun haben. Sie sollen nur die grundfalsche Politik, die Deutschland einen unermeßlichen Schaden zufügt, bemänteln.

  4. HelpUsGod sagt:

    Sehr geehrter Herr Toma,

    es ist sicher richtig, dass viele Migranten schlimme Schicksale erlebt haben und sich hier Schutz und Aufnahme wünschen. Dies ist auch ein wichtiges Thema; Der sog. Fachkräftemangel hat damit allerdings rein gar nichts thematisch zu tun.

    Ich unterstelle Ihnen, wissend zu sein, dass es einen flächendeckenden und bedrohlichen Fachkräftemangel nicht gibt und in den letzten Jahren auch nicht gab. Sollten Unternehmen Probleme haben geeignete Mitarbeiter zu finden, so liegt das primär an den unmenschlichen Vertragskonditionen (Zeitarbeit, Befristung, Lohndumping, usw.), Hürden beim Zustandekommen von Beschäftigung (Ablehnung geeigneter Bewerber, Diskriminierung bez. Alter und Eignung, usw.); Die Agenda 2010 und andere politische Vorhaben waren auch ein Reinfall. Ich könnte unzählige Beispiele politischen und wirtschaftlichen Totalversagens aufführen, aber das wissen sie ja bereits.

    Ich unterstelle Ihnen darüber hinaus: Sie sind weder wissend, noch fähig, noch willens, der Probleme der Menschen im Lande bzw. diese in Erfahrung zu bringen. Sie haben aus einem zivilisierten Land im Herzen Europas eine stinkende und unmenschliche Niedriglohn-Kloake gemacht. Die Leute verlieren den Glauben Herr Toma, wenn sie ihn denn nicht schon längst verloren haben. Die Menschen sind wütend, die Verantwortung dafür werden die Parteien zu tragen haben und die Geschichte wird sich dessen erinnern. Ich wünsche ihnen viel Glück, sie werden es gebrauchen können.

  5. Raif Toma sagt:

    Es ist gut, dass die Kanzlerin nun dieses Thema anspricht. Diese Menschen, die gewiss auch Einzelschicksale mit viel Leid mittragen, bringen auch Humanressourcen mit, die der heimischen Wirtschaft von Nutzen sind. Ferner müssten die Bundesländer und die Bunderegierung stärkeres Interesse daran haben, diese Menschen rasch auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren.
    Asylsuchende, die als asylberechtigt anerkannt sind, haben einen unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Es ist jedoch sehr schwierig Asylsuchenden, die sich manchmal mehrere Jahre dauernden Asylverfahren befinden, besondere Rahmenbedingungen bei der Arbeitsvermittlung zu schaffen. Bei geduldeten Flüchtlingen, die aufgrund tatsächlicher oder geltender rechtlichen Gründe zeitweise nicht abgeschoben werden dürfen, liegt es im Ermessen und manchmal in der Willkür der Ausländerbehörde diesen die Arbeit zu erlauben. Dies erschwert auch die Aufnahme in Ausbildungsplätzen.
    Raif Toma
    Kreisvorsitzender Mittelstandsvereinigung der CDU/Wetteraukreis

    • Syssiphus sagt:

      Schön wär es ja,aber die Realität sieht anders aus.Wenn ich die Debatte verfolge,dass der Mindestlohn für diese Fachkräfte nicht gelten soll.habe ich den Verdacht,das hier Lohndrücker gesucht werden.Es gibt entgegen den Jubelmeldungen nur wenig Hochqualifizierte,die meisten in den Arbeitsmarkt integrierbaren Handwerker haben genügend Konkurrenten im bestehenden deutschen Arbeitslosenheer.Den sog.Fachkräftemangel halte ich für ein Gerücht,viele meiner ehemal.Kollegen sind arbeitslos,trotz guter Ausbildung.Leider wollen die aber nicht für’n Appel und’n Ei schuften.Mir scheint,als Kreisvorsitzender haben Sie recht wenige Bekannte,die arbeitslos sind.Aber Hut ab,politisch korrekter geht es nicht,Ihrer Karriere durchaus dienlich.

      • Slackstick sagt:

        Mit seiner Meinung könnte die Karriere des unter Realitätsverlust leidenden Herrn Toma schon nach der nächsten Wahl zu ende sein.