Umfrage: Regierungskoalition in Irland könnte Mehrheit verlieren

Irland, noch vor Jahren tief in der Krise, hat sich zum wirtschaftlichen Musterknaben gemausert. Trotzdem muss Regierungschef Kenny bangen. Nach den Wahlen dürfte es schwierig werden.

Die Regierungskoalition in Irland muss einer Umfrage zufolge bei den Parlamentswahlen am Freitag um ihre Mehrheit bangen. Der konservativen Partei von Ministerpräsident Enda Kenny, Fine Gael, und ihrem bisherigen Partner Labour könnten bis zu zehn Prozentpunkte fehlen, um das Land weiterhin führen zu können, geht aus einer am Montag veröffentlichten Erhebung der Irish Times und des Wahlforschers MRBI hervor.
Zwar würde Fine Gael demnach mit 28 Prozent als stärkste Partei aus der Abstimmung hervorgehen, bliebe damit deutlich hinter den 36 Prozent von 2011 zurück. Deshalb würde es wohl auch zusammen mit Labour und kleineren Parteien sowie unabhängigen Abgeordneten nicht für eine Mehrheit reichen. Um eine stabile Regierung zu bilden, läuft alles auf eine große Koalition zwischen Fine Gael und dem Erzrivalen Fianna Fail hinaus. Diese kam in der jüngsten Umfrage auf 23 Prozent und profitiert von weiteren Verlusten der linksgerichteten Sinn Fein. Sollten sich beide Parteien nicht einigen können, seien Neuwahlen möglich, urteilte die Irish Times.
Irland war im Zuge der weltweiten Finanzkrise an die Grenze der Staatspleite geraten und musste mit internationalen Hilfsgeldern gerettet werden. Seinen sieben Jahre andauernden Sparkurs konnte das Land jedoch 2014 wieder verlassen. Die Wirtschaft auf der grünen Insel boomt, das Land dürfte 2016 zum dritten Mal in Folge Wachstumssieger in Europa werden.

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