Russland-Sanktionen belasten deutsche Elektronik-Industrie

Die Exporte deutscher Elektronikwaren nach Russland sind im vergangenen Jahr noch einmal erheblich eingebrochen. Auch nach Belgien udn Brasilien gingen weniger Exporte. Chinas Abschwung sorgte zudem dafür, dass die USA China als größten Abnehmer deutscher Produkte ablöste.

Im Dezember des vergangenen Jahres hat sich das Exportwachstum der deutschen Elektronikindustrie etwas verringert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte dennoch ein Plus von 2,3 Prozent verbucht werden. Die Importe hingegen stiegen um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 2015 elektronische Erezugnisse im Wert von 161,5 Milliarden Euro  nach Deutschland eingeführt und Waren im Wert von 174,1 Milliarden Euro exportiert.

Dem Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) zufolge erreichte die Branche damit ein Rekordjeahr. Allerdings ist dies hinsichtlich der Exporte hauptsächlich auf die große Nachfrage aus den USA, Frankreich und Großbritannien zurückzuführen. Die Branche leidet erheblich unter den Russland-Sanktionen und dem Abschwung in China.

So wuchsen die Exporte in die USA um 16,4 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro, während sie in China lediglich um 0,8 Prozent zulegten. Damit  überholten die USA China in vergangenen Jahr als größter Abnehmer deutsche Elektronikexporte. Platz drei und vier belegen Frankreich und Großbritannien (11,7 Mrd. € und 9,9 Mrd. €).

Weltweit gesehen sind die USA der zweitgrößte Elektronikmarkt. 2014 lag das marktvolumen bei etwa 526 Milliarden Euro, was einem Anteil von 14,2 Prozent am Welt-Elektromarkt entspricht. Chinas Anteil lag 2014 bei 38 Prozent. Entsprechend gravierend ist der wirtschaftliche Abschwung des Landes für den weltweiten Elektronikmarkt. Schließlich hatte sich das chinesische Volumen am Elektromarkt zwischen 2005 und 2014 von 395 Milliarden Euro auf 1,406 Billionen Euro verdreifacht.

Vor allem elektronische Bauelemente, Ausfuhren aus der Automation, Energietechnik und Elektromedizin sind in China beliebte Güter aus der deutschen Elektroindustrie. Wichtig sind die Entwicklungen in China aber auch, weil die deutsche Elektroindustrie Milliarden Direktinvestitionen in China investiert hat. Allein 2013 waren es 5,8 Milliarden Euro.

„Den mit weitem Abstand größten absoluten Exportrückgang gab es 2015 – wie schon 2014 − bei den Ausfuhren nach Russland, die noch einmal um 1,3 Milliarden Euro geringer ausfielen als im Jahr zuvor“, sagte Andreas Gontermann, Chefsvolkswirt bei ZVEI. Die Ausfuhren nach Brasilien, Belgien udn Norwegen gingen ebenfalls zurück.

Bereits 2014 waren die ersten Auswirkungen der Russland-Sanktionen in der Branche zu spüren. Damals belegte Russland unter den größten Abnehmerländer deutscher Elektronikexporte Rang 14. 2012 beletge es jedoch noch Rang 9. Zwichen 2000 und 2008 hatten sich die Ausfhren nach Russland vervierfacht. Doch in Folge der Ukraine Krise und darauf folgenden, anhaltenden Sanktione ging das deutsche Ausfuhrvolumen nach Russland um 22,4 Prozent zurück. Besonders im Bereich der Automation, bei den Elektrohausgeräten, der Elektromedizin und der Energietechnik waren deutsche Produkte in Russland beliebt.

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  1. Volker K. sagt:

    Die von den Amerikanern der EU – diktierten Sanktionen führen zu Exporteinbrüchen
    der deutschen Industrie. Diese ist nun aber wieder sehr froh, daß diejenigen
    beliefert werden können, welche den Exporteinbruch erst innitiiert haben.
    Ein großes Dankeschön!
    Die Spanier haben Gold abholt und mit Glasperlen bezahlt. Die deutsche Industrie
    bekommt Dollar.