Datenspeicher aus Glas verspricht ewige Speicherkraft

Ein Speichermedium kaum größer als eine 2-Euro-Münze wurde von Wissenschaftlern der Universität Southampton entwickelt. Wie eine dünne Glasscheibe sieht der Chip aus, den sie Supermans Gedächtniskristall nennen.

USB-Sticks, Handys, CDs, Disketten – Speichermedien gibt es viele, doch deren Haltbarkeit und Größe ist begrenzt. Je schneller sich das Internet der Dinge entwickelt und je stärker die Technologie in unser Leben eingreift, umso größere, haltbarere Speichermedien werden entwickelt. Auf diesem Feld ist Wissenschaftlern der britischen Southampton Universität nun etwas Erstaunliches gelungen. Sie haben einen Speicherchip entwickelt, den sie selbst „Supermans Gedächtniskristall“ nennen.

Der Chip ist nicht größer als eine herkömmliche 2-Euro-Münze und doch können bis zu 360 TB darauf gespeichert werden und zwar für die Ewigkeit, so die Wissenschaftler. Mit dem Einsatz von Nanotechnologie und einem ultraschnellen Laser haben die Wissenschaftler einen Glas-Chip entwickelt, der nach eigenen Angaben selbst bei Temperaturen um 190 Grad eine Lebensdauer von fast 14 Milliarden Jahren aufweise. Insgesamt halte der Chip sogar Temperaturen um die 1.000 Grad aus. Erste Veröffentlichungen zu ihren Forschungen habe es bereits 2013. Damals war die Lebensdauer und Speicherkapazität aber nicht annähernd so groß wie heute.

Der oben genannte Laser schreibt mit extrem kurzen und intensiven Lichtimpulsen Dokumente auf den Speicher. Das Glas des Chips selbst besteht aus Strukturen, die im Nanobereich drei Schichten von punkten erzeugen können, wobei diese lediglich fünf Mikrometer entfernt voneinander liegen. Die Nanostrukturen ändern die Art, wie das Licht durch das Glas läuft. Mit einer Kombination aus optischem Mikroskop und einem Polarisator kann die Information dann wieder aus dem Speicher gelesen werden, so die Wissenschaftler.

„Es ist faszinierend, dass wir eine Technologie entwickelt haben, um damit Dokumente und Informationen  für zukünftige Generationen im Weltall aufzubewahren“, sagte Peter Kazansky, der Leiter des Forschungsteams. „Diese Technologie kann die letzten Nachweise über unsere Zivilisation bewahren: alles, was wir gelernt haben, wird nie wieder vergessen.“

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *