Deutsche und Londoner Börse verhandeln über Fusion

Nach Angaben aus Finanzkreisen verhandeln die Deutsche Börse und die London Stock Exchange über einen Zusammenschluss. Durch eine Fusion würde der mit Abstand größte europäische Börsenbetreiber entstehen.

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) verhandeln Finanzkreisen zufolge über einen Zusammenschluss. Die mögliche Fusion hat die Aktien beider Unternehmen beflügelt. Die Titel der Deutschen Börse legten in Frankfurt in der Spitze um 8,7 Prozent auf 83 Euro zu und markierten damit den höchsten Stand seit fast vier Monaten. Sie waren Spitzenreiter im Dax. Die LSE wurde in London zeitweise 19,4 Prozent höher gehandelt, das war der größte Tagesgewinn seit mehr als sieben Jahren. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuerst darüber berichtet, dass die beiden Börsenbetreiber über eine Fusion verhandeln und sich auf Insider-Informationen bezogen.

Die LSE bestätigte wenig später, dass sich die Vorstände in detaillierten Gesprächen über ein mögliches Zusammengehen befänden. Ziel sei eine Fusion unter Gleichen. Die Deutsche Börse ist rund 15 Milliarden Euro wert, die LSE kommt auf eine Marktkapitalisierung von 8,2 Milliarden Pfund (rund 10,5 Milliarden Euro). „Einfach wird das ganze sicherlich nicht, da regulatorische Hürden auftauchen könnten“, sagte ein Händler. „Man kann nur hoffen, dass das Vorhaben dieses Mal erfolgreicher verläuft als beim ersten Anlauf vor mehr als zehn Jahren.“

Ende Dezember 2004 hatte die Deutsche Börse ein Übernahmeangebot für die LSE über knapp zwei Milliarden Euro veröffentlicht, das 2005 am Widerstand des Hedgefonds und Deutsche-Börse-Aktionärs TCI scheiterte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie diesmal tatsächlich fusionieren, würde ich bei 75 Prozent ansetzen“, sagte ein zweiter Börsianer. „Das klingt alles schon sehr detailliert und sehr konkret.“ Sinnvoll wäre der Zusammenschluss Marktbeobachtern zufolge allemal, da eine Fusion deutliche Synergieeffekte mit sich bringen dürfte.

 

 

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