Athen ruft Botschafterin in Österreich zurück

Nach einer umstrittenen Konferenz zur Flüchtlingspolitik in Wien hat Griechenland seinen Botschafter aus Österreich zurückgerufen. Dies sei geschehen, um sich mit dem Diplomaten zu beraten

Aus Ärger über das Vorgehen Österreichs in der Flüchtlingskrise hat die griechische Regierung ihre Botschafterin in Wien zu Konsultationen zurückgerufen. Nach einer Entscheidung von Außenminister Nikos Kotzias sei die Botschafterin zu Beratungen nach Athen bestellt worden, „um die guten Beziehungen zwischen den Staaten und Völkern Griechenlands und Österreichs aufrecht zu erhalten“, erklärte das griechische Außenministerium am Donnerstag.

Die griechische Regierung hatte am Dienstag bei der österreichischen Regierung und der EU gegen die Verstärkung der Grenzkontrollen in den Balkanstaaten protestiert – durch die Maßnahme sitzen tausende Flüchtlinge in Griechenland fest. Außerdem ist Athen verärgert über den Beschluss Österreichs und neun weiterer Länder auf einer Westbalkankonferenz am Mittwoch, weniger Flüchtlinge passieren zu lassen. Weder Deutschland nochGriechenland waren zu der Konferenz eingeladen worden.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras drohte am Mittwochabend damit, EU-Entscheidungen zu blockieren, solange es in der Flüchtlingskrise keine gerechte Lastenverteilung gebe. Zuvor hatte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert und seinen Ärger zum Ausdruck gebracht.

Griechenland steht seit Monaten in der Kritik, weil es aus der Türkei kommende Flüchtlinge bisher weitgehend ungehindert Richtung Norden weiterreisen ließ. Dem Land droht der Ausschluss aus dem Schengen-Raum. Beim EU-Innenministertreffen am Donnerstag in Brüssel sagte die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, wenn Griechenlandseine Grenze nicht schützen könne, stelle sich die Frage, ob diese „weiterhin Außengrenze sein“ könne.

 

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