Abgas-Skandal setzt Schweizer Autobranche unter Druck

Die Abgas-Affäre um VW und mögliche andere Autobauer ist auch für Schweizer Autozulieferer nicht ohne Bedeutung. Bei vielen Zulieferern zählt VW zu den Kunden. Der Rückgang der Verkaufszahlen könnte zu einer deutlich geringeren Nachfrage nach Autoteilen führen. Für die Unternehmen ein angesichts hoher Personalkosten und einem starken Franken ist das ein Problem.

Die Abgas-Affäre um VW hat auch Spuren in der Schweizer Automobilindustrie hinterlassen. Bereits angeschlagen vom teuren Franken drosselte Dieselgate die Nachfrage nach Autoteilen zusätzlich. Schliesslich kämpft die Branche sowieso im internationalen Handel auch noch mit höheren Produktionskosten als beispielsweise Unternehmen in Brasilien oder Indien.

Um den Herausforderungen am Markt dennoch gerecht zu werden, mussten viele Zulieferer umstrukturieren, sich breiter aufstellen und teilweise Produktionsprozesse in andere Länder auslagern. Und so müssen die Schweizer Unternehmen trotz offiziell steigender Neuzulassungen von Pkws in Europa und den USA achtsam sein. „Trotz diesen Aussichten bleiben die Schweizer Zulieferer gefordert: Die Konkurrenz im EU-Raum ist rege, der Preisdruck bleibt hoch, und Überkapazitäten im Markt könnten dazu führen, dass sich die aktuelle Lage verschärft“, heisst es in der Studie.

Die schlechte wirtschaftliche Lage in Russland und Brasilien belastet das Geschäft zusätzlich. Erst Mitte der Woche wurde Brasiliens Bonität beispielsweise auch noch von der Ratingagentur Moody’s auf Ramschniveau heruntergestuft. Steigen die Preise für Rohstoffe und Energie in den kommenden Monaten wieder, könnte das einige Schweizer Firmen weiter in Bedrängnis bringen, wie eine aktuelle Euler Hermes Studie zeigt.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre von der grössten Krise der europäischen Autobauer seit 30 Jahren. Im Januar ist der Absatz der Marke VW trotz gestiegener Neuzulassungen um vier Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Der Marktanteil VWs sank um 1,3 Prozent auf 24,2 Prozent, so die aktuellen Zahlen des Herstellerverbandes ACEA. Auch in den kommenden Monaten wird man die Folgen der Abgas-Affäre in Europa noch spüren können, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research der Uni Duisburg-Essen, den Schweizer Mittelstands Nachrichten.

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  1. Kein Kinderf..... sagt:

    Wenn diese Unternehmen nicht längst den seit Jahren andauernden schleichenden
    Abgesang der Premium-Hersteller mitbekommen haben, ist das Managment am pennen.
    Die getürkten Zuwachsraten resultieren auschließlich aus Firmenwagen und Halden-Händlerproduktion.
    Es dauert bis zum Herbst da wird man mit 50 % Rabatt hausieren gehen. Wetten ?!