Russland-Sanktionen richten in Österreich erheblichen Schaden an

Die Sanktionen haben überhaupt nichts gebracht, sondern nur Schaden auf beiden Seiten angerichtet, so der Präsident der österreichischen Wirtschaftskammer.

„Der Export bleibt unser wichtigster Trumpf für ein solides Wirtschaftswachstum und die tragende Säule unseres Wohlstandes“, kommentiert Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Außenhandelsbilanz. 2015 gelang es und auch 2016 und 2017 werde es gelingen, „all-time-highs“ bei den Warenexporten einzufahren. Im Vorjahr wurde erstmals die 130-Milliarden-Euro-Grenze bei den österreichischen Warenexporten überschritten. Laut Prognosen sollen sie 2016 auf über 135 Milliarden Euro und 2017 auf über 140 Milliarden Euro zulegen.

Doch vor allem die Russland-Sanktionen sorgen für einen wirtschaftlichen Schaden. Wichtigster Außenhandelspartner ist Deutschland, die Exporte legten nach einer zwischenzeitlichen Stagnation in den ersten elf Monaten 2015 wieder um 3,7 Prozent zu. Im Ranking der wichtigsten österreichischen Exportpartner folgen auf Deutschland die USA, Italien, die Schweiz, Frankreich, die Tschechische Republik, Ungarn, Großbritannien, Polen und auf Platz zehn mit China das erste außereuropäische Land.

Auf Platz elf lag im Jahr 2014 noch Russland, das aufgrund der gegenseitigen Sanktionen auf den 15. Platz zurückgefallen ist. Der Exportrückgang machte rund 40 Prozent aus. „Die Sanktionen haben überhaupt nichts gebracht, sondern nur Schaden auf beiden Seiten angerichtet. Die Politik muss da unbedingt, vielleicht stufenweise, wieder herauskommen. Ein Ende der Sanktionspolitik wäre aus Sicht der Wirtschaft für die Stabilität für Russland und Europa wichtig“, so Leitl.

Getrübt werden könnten diese positiven Aussichten aber durch einige weitere aktuelle Krisen, angefangen vom Konfliktherd im Nahen und Mittleren Osten, über die damit verbundene Flüchtlingsproblematik, wie auch durch die aktuelle Ölpreispolitik. Leitl: „Um aber beim Erfreulichen zu bleiben: zählt man zu den Warenexporten von 130 Milliarden Euro auch die österreichischen Dienstleistungsexporte von über 50 Milliarden Euro hinzu, so kommt man auf ein Gesamtexportvolumen von mehr als 180 Mrd. Euro. Das entspricht der Summe aller öffentlicher Budgets – vom Bund, der Länder und Gemeinden sowie der Sozialversicherungsträger!“

Die Hotspots für exportorientierte Unternehmen liegen mittlerweile in Asien und Amerika, in Ländern und Regionen, die konjunkturell besser dastehen als Europa. Die größten Exportsteigerungen in relevante Märkte gab es im Vorjahr auch in Länder außerhalb Europas: angeführt von Mexiko (+28 Prozent), gefolgt von den USA (17 Prozent), der Türkei (16 Prozent), den V.A.E. (16 Prozent ) und Indien (15 Prozent). Danach folgen die ersten europäischen Staaten.

In Zukunft werden Exporte von Dienstleistungen mehr an Bedeutung gewinnen. Großes Potenzial bietet dabei die internationale Nachfrage nach Expertisen in technischen und kreativen Bereichen – Logistik- und Baudienstleistungen, Engineering, Software, Architektur und Design. Insgesamt vertreiben österreichische Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen in 220 Länder weltweit.

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  1. Syssiphus sagt:

    Die USA treiben immer mehr Handel mit Russland und unsere Qualitätspolitiker schädigen die eigene Wirtschaft mit blödsinnigen Sanktionen,die eh nicht’s bringen ausser Verlusten.