Österreich bei Digitalisierung besser als EU-Schnitt

Bei der Digitalisierung tut sich in der EU nur langsam etwas, wie der aktuelle Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft zeigt. Österreich konnte sich innerhalb eines Jahres noch etwas verbessern: auf Rang 13. Damit ist das Land in Sachen Digitalisierung besser als der EU-Schnitt. Allerdings bemängelt die EU, dass hierzulande noch zu wenig Mittelständler das Internet nutzen.

Internet der Dinge, Industrie 4.0, E-Commerce – die Digitalisierung ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Doch gerade in Sachen Digitalisierung gibt es in der EU in etlichen Bereichen noch einen erheblichen Nachholbedarf. Auf einer Skala von null bis eins erreicht die EU im Schnitt nur einen Wert von 0,52 Punkten. Zwar steigt der Wert weiterhin, aber geht es nach der EU-Kommission sollte er schneller steigen.

Während Rumänien, Bulgarien und Griechenland bei der Digitalisierung die Schlusslichter innerhalb der EU darstellen, konnte Österreich innerhalb eines Jahres seinen Wert von 0,46 auf 0,5 steigern, wie der Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) zeigt. In Sachen Konnektivität liegt Österreich sogar über dem EU-Schnitt. Mit Blick auf Breitbandverfügbarkeit gehört Österreich mittlerweile zu den Top 10.

Dem Bericht zu Österreich lässt sich entnehmen, dass die digitalen Technologien sowohl bei Unternehmen, Privatpersonen als auch bei staatlichen Institutionen weit verbreitet sind. 59 Prozent der Internetnutzer in Österreich beispielsweise nutzen Online-Banking. Mit Blick auf den E-Commerce kritisiert die EU-Kommission, dass der österreichische Mittelstand in diesem Bereich noch nicht die Chancen zu nutzen weiß.

Die Zahl der Unternehmen, die auch Online verkaufen, ist in Österreich sogar geringer als der EU-Durchschnitt. Und selbst die Unternehmen, die auch online verkaufen, erzielen noch nicht annähernd das, was andere KMU im europäischen Ausland erreichen. Aber nicht nur in Österreich müssen die Mittelständler sich bei der Digitalisierung stärker engagieren.

So kaufen zwar 65 Prozent der europäischen Internetnutzer online ein, aber lediglich 16 Prozent der KMU verkaufen überhaupt online. Und davon weniger als die Hälfte verkaufen online in andere Länder. Wie groß das Potential jedoch ist, zeigt die E-Commerce Studie des EHI Retail Institutes. Demnach haben die Top-250-Onlineshops in Österreich 2014 physische Waren im Wert von 2,1 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Wachstum von 11,6 Prozent. Die größten Player in Österreich sind Amazon.at (477,1 Mio. Euro), gefolgt von Universal.at (112,4 Mio. Euro) und Zalando.at. (95 Mio. Euro).

„Immer mehr Menschen, Unternehmen und öffentliche Dienste lassen sich auf die digitale Welt ein“, sagte Andrus Ansip, Vizepräsident für den digitalen Binnenmarkt. „Aber zu viele von ihnen stoßen dabei noch auf Probleme wie eine mangelnde Versorgung mit leistungsfähigen Internetverbindungen, elektronische Behördendienste, die nicht über Grenzen hinweg funktionieren, oder Schwierigkeiten beim grenzüberschreitenden Online-Einkauf oder Online-Verkauf.“ Auf den ersten Plätzen des Index finden sich Dänemark, die Niederlande, Schweden und Finnland.

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