Coca-Cola schließt deutsche Standorte

Der Getränkehersteller Coca-Cola schließt im Sommer mehrere Standorte in Deutschland. Davon seien bundesweit rund 550 Mitarbeiter betroffen, etwa 320 allein in Bremen, sagte ein Sprecher von Coca-Cola Deutschland am Dienstag.

Das Unternehmen begründete den Schritt mit einer «Straffung des Produktionsnetzwerkes», mit der man auf geänderte Bedingungen am Markt für Erfrischungsgetränke reagiere. Auch knapp ein halbes Dutzend kleinerer Standorte unter anderem in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern werde nicht weiter betrieben. Zugleich seien zentrale „Versorgungspunkte“ geplant, etwa im Großraum Bremen und bei Magdeburg.

„Diese Entscheidungen sind uns nicht leicht gefallen und wir haben sie nach sorgfältiger Prüfung gefasst. Wir müssen uns auf die Marktentwicklung einstellen und die Wünsche unserer Kunden aufgreifen“, sagt Frank Molthan, Geschäftsführer Personal der CCEG. „Dabei ist uns sehr wichtig, die geplanten Veränderungen sozial verantwortungsvoll umzusetzen.“

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kündigte Widerstand an. „Wir können die Entscheidung der Geschäftsführung nicht nachvollziehen. Gewerkschaft NGG und die Coca-Cola-Betriebsräte sind sich einig: Wir werden diese Standorte nicht kampflos aufgegeben“, sagte der Gewerkschaftssekretär für die Region Bremen-Weser-Elbe Thorsten Zierdt.

Kräftige Einsparungen hatten Coca-Cola zuletzt trotz Absatzproblemen einen Gewinnsprung beschert. Der Überschuss im vierten Quartal summierte sich auf 1,24 Milliarden Dollar, wie der Getränke-Riese am Dienstag mitteilte. Das sind gut 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Mit dem Ergebnis wurden die Analystenerwartungen übertroffen.

Der Umsatz fiel indes das dritte Quartal in Folge, dieses Mal um acht Prozent. Coca-Cola versucht gegenzusteuern, indem der Konzern seine Preise anhebt sowie bei Säften und Energy Drinks zulegen will. Damit will das Unternehmen von dem Trend einer gesünderen Ernährung profitieren. Coca-Cola hatte zuletzt zudem immer wieder den starken Dollar zu spüren bekommen und auch deswegen weniger erlöst.

 

 

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  1. Alfred Beer sagt:

    Wir müssen uns auf die Marktentwicklung einstellen und die Wünsche unserer Kunden aufgreifen“, sagt Frank Molthan, Geschäftsführer

    Was meint er damit? Das in diesen Regionen kein Coca Cola im ausreichenden Maß getrunken wird.

    Einfache Lösung: In den Regionen, wo geschlossen wird darf Coca Cola nicht mehr verkauft werden, Pepsi und der Rest wird sich freuen.

    Wäre überhaupt überlegenswert: Sollte ein Produktionsbetrieb aus DE oder AT abwandern, so dürfen seine Produkte zu Hause nicht mehr vertrieben werden !!
    Besonders von Firmen die ohnehin Gewinne schreiben.
    Die Produkte soll er dann in China oder sonstwo verkaufen !

    Dann wär aber ganz schnell Schluss mit den Arbeitsplatz exportieren.