Deutsche Geschäfte mit USA werden riskanter

Der Kreditversicherer Euler Hermes warnt die deutschen Exporteure vor der zunehmen Gefahr von Zahlungsausfällen bei ihrem wichtigsten Kunden USA. In den USA sinkt die Zahlungsmoral, so eine aktuelle Euler Hermes Studie. Zudem steigen die Insolvenzen 2016 nach Einschätzungen der Volkswirte des führenden Kreditversicherers an.

„Die US-Geldpolitik führt zu einem restriktiveren Zugang zu Krediten in den USA sowie wesentlich höheren Kapitalkosten“, erklärte Unternehmenschef Ron van het Hof am Donnerstag. Um den eigenen Geldfluss zu sichern, seien US-Unternehmen bereits Ende 2015 dazu übergegangen, Rechnungen deutlich später zu bezahlen.

„Diese Vorboten sind relativ sichere Indikatoren für steigende Insolvenzen“, sagt van het Hof. „Ein Teufelskreis, zumal Realinvestitionen und -gewinne der Unternehmen schrumpfen, was die Firmen und ihre Zulieferer zusätzlich unter Druck setzt.“ Nach sechs Jahren des Rückgangs dürften daher die Insolvenzen 2016 erstmals wieder zunehmen, und zwar um drei Prozent. „Die Risiken für deutsche Exporteure steigen dadurch“, erklärte der Kreditversicherer.

Die USA sind 2015 zum größten Abnehmer deutsche Waren aufgestiegen und verdrängten damit Frankreich vom ersten Platz, den der Nachbar seit 1961 ununterbrochen hielt. Güter im Wert von 113,9 Milliarden Euro wurden von Deutschland in die Vereinigten Staaten exportiert. 

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Syssiphus sagt:

    Sinkende Zahlungsmoral in den USA,im Gegensatz zu Russland,die zahlen zuverlässig.Da helfen aber wirklich nur noch Sanktionen.