Versicherer fürchten Google als neue Konkurrenz

Nicht nur in der Automobilbranche schaut man auf große Technologiekonzerne wie Google, Apple und Amazon. Auch die Versicherer fürchten, bald viele Marktanteile an diese abgeben zu müssen. Der Trend zur kompletten Vernetzung und hin zum Rundum Sorglos Paket spielt in die Hände der Techfirmen. Für den Konsumenten könnten Versicherungen bald nur mehr einen Klick entfernt sein.

In der Versicherungsbranche sehen mehr als 40 Prozent einer Studie zufolge in Google eine potenzielle Bedrohung für ihr Geschäft. Vor allem junge Menschen könnten sich künftig nach Alternativen umschauen, weil sie oft keine guten Erfahrungen mit etablierten Anbietern gemacht hätten, so der World Insurance Report 2016. Auch Amazon und der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart wurden als mögliche Wettbewerber genannt, wie aus dem Report der Beratungsgesellschaft Capgemini hervorgeht.

Gefürchtet werden bei Google vor allem die starke Marke des Internet-Riesen und die zahlreichen Daten, die der US-Konzern über Konsumenten sammelt. Google mischt unter anderem bei der Vernetzung von Haushalten mit – etwa mit Nest. Das 2010 gegründete Unternehmen verkauft Thermostate, die die Temperatur im Haus automatisch an die Außenverhältnisse anpasst und sich die Heizgewohnheiten der Bewohner merkt. Es könnte – theoretisch – ein Sprungbrett für Google in die Versicherungsbranche sein. Selbstfahrende Autos und die Forschung im Bereich der Medizin gehören mittlerweile ebenfalls zum Paket der Google-Muttergesellschaft Alphabet. Ein Sprung auf den Postmarkt hat Alphabet ebenfalls geplant.

Laut Studie bezweifeln aber viele Manager, dass die Amerikaner direkt in den stark regulierten Markt einsteigen. Kooperationen mit Assekuranzen seien eher wahrscheinlich. Die Nachfrage jedenfalls ist vorhanden. International gaben 23,4 Prozent der jungen Menschen an, sie könnten sich vorstellen, von einem Technologieunternehmen eine Versicherung zu kaufen. Diejenigen, die um die Jahrtausendwende Teenager wurden, werden gemeinhin als Generation Y bezeichnet. Unter der restlichen Bevölkerung liegt der Anteil international gesehen bei 14 Prozent. In Lateinamerika und in Asien sind die Befürworter unter der Generation Y sogar noch stärker vertreten (49 Prozent und 47,2 Prozent). In Europa sind es derzeit 14,1 Prozent der Y-Generation. Mit dem Heranwachsen der Digital Natives wird sich dieser Trend noch verstärken.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    HIER FEHLT die wichtigste Frage: WAS MACHEN DENN deutsche Technologie-Konzerne wie Siemens? Alles Ver-Schlafen?