Chef von Volkswagen USA tritt zurück

Volkswagens US-Chef Michael Horn stand seit dem Ausbruch des Abgas-Skandals massiv unter Beschuss - doch zunächst nahm Konzernboss Martin Winterkorn seinen Hut. Jetzt tritt auch Horn abrupt zurück.

Knapp sechs Monate nach Bekanntwerden der Abgasaffäre tritt der US-Chef von Volkswagen mit sofortiger Wirkung zurück. Michael Horn verlasse das Unternehmen, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden, teilte Volkswagen am Mittwoch mit. Der Manager stand seit 2014 an der Spitze von VW in den USA. Nachfolger wird übergangsweise Hinrich J. Woebcken, der jüngst zum neuen Chef der Region Nordamerika berufen worden war.

Die Hintergründe für den Rückzug Horns blieben zunächst unklar. Für eine eigene Stellungnahme war der 54-Jährige nicht erreichbar. Der Präsident des Rates der VW-Händler in den USA, Alan Brown, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er habe mit Horn in den vergangenen drei Tagen mehrfach über den bevorstehenden Rückzug gesprochen. VW habe Horn andere Jobs außerhalb der USA angeboten, was Horn aber abgelehnt habe.

Vor dem Rücktritt Horns hatten Insider gesagt, das US-Justizministerium weite seine Ermittlungen gegen VW aus gehe nun auch dem Verdacht des Bankbetrugs nach. Das „Wall Street Journal“ berichtete zudem, in dem Zusammenhang gehe es auch um mögliche Verstöße gegen Steuergesetze.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte war in den USA durch die Umweltbehörde EPA öffentlich gemacht worden. VW hatte daraufhin den Einsatz einer illegalen Software zugegeben, durch die Stickoxid-Werte von Dieselautos nur auf dem Prüfstand eingehalten werden. Weltweit sind von dem Betrug rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Auf den Konzern könnten Schadenersatzforderungen und Strafzahlungen in Milliardenhöhe zukommen.

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