Digitalisierung droht Mittelstand zu spalten

Die Digitalisierung hat längst auch den Mittelstand erreicht. Allerdings schafft nicht jeder Betrieb, mit dem Trend schnell genug mitzugehen. Eine aktuelle Studie warnt vor einer Zweiklassengesellschaft im Mittelstand. Denn etlichen Unternehmen fehlen das notwendige Geld und Fachpersonal.

Messen wie die Cebit und die IAA zeigen, wie stark die Digitalisierung in unseren Alltag und in unsere Gesellschaft bereits vorgedrungen ist. Allerdings könnte mit der Schnelligkeit der technischen Entwicklung gerade auf viele Mittelständler ein großes Problem in Sachen Digitalisierung zukommen.  „Die große Bedeutung, die digitale Technologien heute schon in vielen Betrieben einnehmen, zeigt, wie weit vorne viele Mittelständler bei der technologischen Innovation sind“, sagt Peter Englisch von Ernst & Young. „Allerdings drohen manche den Anschluss zu verlieren.

Nur 57 Prozent der Betriebe, die sich derzeit in einer schlechten Geschäftslage befinden,  erwarten, dass für sie die Bedeutung digitaler Technologien in den kommenden Jahren zunehmen wird. Die aktuelle Studie des Unternehmens zeigt auch, warum. Bei etwa jedem dritten Unternehmen verhindern bestimmte Aspekte wie Geldmangel und Mangel an Fachpersonal, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung mitgehalten werden kann.

Wie stark der Faktor Geld bei der Digitalisierung eine treibende Kraft darstellt, zeigt ein Blick auf die Größe der Unternehmen. Bei den Unternehmen mit einem Umsatz bis zu 30 Millionen Euro im Jahr sagen 43 Prozent, digitale Technologien würden eine sehr große bzw. mittelgroße Rolle spielen. Bei den Betrieben zwischen 30 und 100 Millionen Euro Umsatz sind es bereits 59 Prozent und ab der Umsatzklasse 100 Millionen und aufwärts sind es 63 Prozent.

„Die Unternehmen sollten sich besser in guten Zeiten für die Digitalisierung rüsten“, so Englisch. „Wenn die Zeiten schlechter werden, wird sich die Spreu vom Weizen trennen und Unternehmen mit konsequenter Digitalisierungsstrategie werden einen Vorteil im Wettbewerb haben.“ Vor allem in der Industrie und im Bau wird die Bedeutung der digitalen Technologien noch unterschätzt. Nur 14 Prozent der Unternehmen erachten die Bedeutung als sehr groß. Obwohl gerade hier viel durch neue Technologien verändert werden könnte.

Kommentare

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  1. dr. zlatko prister sagt:

    Obwohl arztpraxen im durchschnitt einen jahresumsatz von unter einer halben million euro machen, zählen sie zum mittelstand.
    die oben beschriebene situation trifft auch für arztpraxen zu.

    weitaus die meisten ärzte benutzen heute immer noch:
    – keine digitale patientenakte, sondern „bleistift“ und papier auf karteikarten
    – doppelte datenerfassung mit extrem hohen personaleinsatz (bis zu fünf helferinnen auf tausend quartalsfälle)
    – keine interne vernetzung
    – veralterte fax- und fotokopiergeräte, obwohl diese durch programme im pc schon längs ersetzbar sind
    – keine digitalisierte kommunikation – es geht fast alles nur per post,

    und das alles obwohl sie per verordnung wegen der abrechnung vertragsärztlicher leistungen alle einen „voll“-computer in ihren praxen haben.

    diese computer werden nur minimal genutzt.
    von einer internen und externen prozessoptimierung hat nur eine verschwindende minderheit eine ahnung. darunter leiden
    – wertschöpfung
    – versorgungaqualität
    und vor allem die betriebliche effizienz.
    dadurch sind diese betriebe (arztpraxen) einfach zu teuer für das system während die ärzte ständig jammern.

    digitale revolution hat in meiner praxis 1986 begonnen (vor dreißig jahren!).
    heute wird die wertschöpfung, effizienz und hohe versorgungsqualität auch als werbeschild genutzt.
    so gibt es bei mir
    – keine termine (einfach nicht nötig), und
    – keine wartezeiten (jeder wird sofort bedient).

    aktuel angebotener elektronischer arztbrief wird nur widerwillig und extrem langsam angenommen. z.zt. sind nur visionäre enthusiasten dabei, obwohl der (fach)arztbrief das am häufigsten versendete dokument im gesundheitswesen ist.
    seine automatische erstellung und elektronische versendung und empfang könnten den grössten rationalisierungseffekt mit hoher wertschöpfung auslösen.
    von einem quantensprung in der versorgungsqualität durch auf sekunden verkürzte übermittlungszeit gar nicht zu reden.
    es wird noch jahrzehnte dauern bid die deutsche ärzteschaft es flächendeckend annimt.

    Flächendeckende schulungen der ärzte und helferinnen tun not.
    diese chance dürfen wir nicht verpassen.

    dr. z. prister
    papierlose hausarztpraxis 4.0
    seminarleiter: interne und externe prozessoptimierung in der arztpraxis
    http://prister.de/index.php/papierlose-praxis
    Frankfurt am main