Bundesagentur: Arbeitslosigkeit wird wieder steigen

Die Bundesagentur für Arbeit erwartet, dass die Krise in der Weltwirtschaft zu einer höheren Arbeitslosigkeit in Deutschland führen wird. Erste Indikatoren sind bei dem Vergleich zwischen Winter und Frühjahr zu erkennen.

Der Boom auf dem deutschen Arbeitsmarkt geht zu Ende: Forscher der Bundesagentur für Arbeit erkennen eine Trendwende. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fiel im März um 0,9 auf 99,5 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit fast drei Jahren. „Die Arbeitsagenturen erwarten, dass die Phase der sinkenden saisonbereinigten Arbeitslosigkeit vorerst zu Ende geht“, sagte IAB-Experte Enzo Weber. Es zeichne sich ein geringfügiger Anstieg ab. Ein Grund dafür sei der milde Winter. Durch ihn dürfte die Frühjahrsbelebung schwächer ausfallen als üblich, weil ein Teil der Winterarbeitslosigkeit gar nicht erst entstanden sei.

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Hauptgrund für den Pessimismus der Forscher ist das globale Umfeld: Die Weltwirtschaft habe sich abgeschwächt, insbesondere durch die Situation in Schwellenländern wie China oder Brasilien. Der IWF hat bereits seit einiger Zeit Warnungen über die Entwicklungen in den Schwellenländern herausgegeben. Insbesondere der Verfall der Rohstoff-Preise wird die Konjunktur in den Schwellenländern signifikant treffen. Der Handel mit Russland wird zudem zusätzlich durch die vom Westen eingeführten Sanktionen geschwächt.

Die starke Flüchtlingszuwanderung werde sich in der Arbeitslosigkeit künftig ebenfalls stärker bemerkbar machen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hatte schon vor Monaten davor gewarnt, dass es wegen der Flüchtlinge und Migranten zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen werde.

Quellen: Berechnungen des IAB; Statistik der BA; Arbeitsmarktberichterstattung der BA.

Quellen: Berechnungen des IAB; Statistik der BA; Arbeitsmarktberichterstattung der BA.

Die Bundesagentur für Arbeit legt am Donnerstag die Arbeitsmarktdaten für März vor. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen bislang noch mit einem Rückgang der um saisonale Schwankungen bereinigten Arbeitslosigkeit um 6000.

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