Der Verkehr der Zukunft kommt ohne Ampeln aus

Mit der Vernetzung von autonomen Fahrzeugen gehört lästiges Warten an Ampeln künftig der Vergangenheit an. Ohne Ampel könnten doppelt so viele Fahrzeuge eine Kreuzung passieren wie bisher. Möglich macht dies die Kommunikation der Autos untereinander.

Warten an der roten Ampel könnte dank intelligenter Fahrzeuge bald der Vergangenheit angehören. Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein Verkehrskonzept entwickelt, das komplett ohne Ampeln auskommt. Das System beruht auf autonomen Fahrzeugen, die miteinander kommunizieren und so nicht nur Ampeln überflüssig machen, sondern gleichzeitig für einen deutlich effizienteren Verkehrsfluss sorgen. Eine neue Studie besagt, dass durch diese Art von ampelfreiem Transport doppelt so viel Verkehr die bestehenden Straßen nutzen könnte wie bisher.

Wenn Fahrzeuge sich drahtlos verbinden und so miteinander und mit der Infrastruktur um sich herum kommunizieren, können Ampeln demnach ein unnötiges Hindernis werden, um von A nach B zu gelangen. Anstatt anzuhalten, könnten sensor-gesteuerte Fahrzeuge miteinander kommunizieren und eine Art Ballett umeinander aufführen, so zumindest die MIT-Studie.

Hunderte von Millionen autonomer Fahrzeuge werden in den nächsten zehn Jahren verkauft werden, die eine Kommunikation von Fahrzeug-zu-Fahrzeug ebenso ermöglichen wie eine Fahrzeug-zu-Infrastruktur (V2X) Kommunikation. In nur vier Jahren werden die meisten Autos und Lastwagen mit dem Internet verbunden werden, so einem Bericht von Gartner. Bis zum Jahr 2020 werden 250 Millionen Autos durch den Ausbau der Netzwerk-Infrastruktur mit dem Netz verbunden.

In der Stadt von morgen werden Ampeln daher durch intelligente Kreuzungen zur Steuerung des Stadtverkehrs ersetzt, die die Ströme von Autos, Fußgängern und Radfahrern nahtlos zusammenstricken, so die Forscher am Senseable City Lab des MIT. Ihre Studie zur Neubetrachtung von Straßenkreuzungen mit Slot-basierten Systemen wurde diese Woche in der Zeitschrift PLoS One veröffentlicht.

Das System namens „Light Traffic“ basiert auf mathematischen Modellen, durch die Forscher ein Szenario untersuchen, in dem High-Tech-Fahrzeuge Sensoren verwenden, die sie in einem sicheren Abstand voneinander durch eine Vier-Wege-Kreuzung bewegen. Das Entfernen der Ampel beschleunigt den Verkehrsfluss dabei dramatisch, sodass doppelt so viele Fahrzeuge wie bisher in der gleichen Zeit die Kreuzung überqueren können.

„Eine Kreuzung ist ein schwieriger Ort, weil zwei Strömungen für das gleiche Stück Immobilie im Wettbewerb stehen“, so Carlo Ratti, Direktor des Senseable City Lab am MIT Department of Urban Studies und Planung in einer Erklärung.

Durch eine Verschiebung der Verkehrssteuerung auf das Fahrzeugniveau könne man demnach ein System schaffen, das viel effizienter ist. Die größere Kapazität komme dabei nicht davon, dass sich die Fahrzeuge schneller bewegen, sondern durch die Schaffung einer einheitlicheren Strömung bei einer optimalen mittleren Geschwindigkeit, bei der die Autos in Bewegung bleiben, statt zu warten.

Damit birgt die ampelfreie Kreuzung einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie reduzieren die Umweltbelastung in den Städten enorm, indem sie verhindern, dass wartende Autos unnötig Abgase in die Luft blasen.

Kommentare

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  1. Rainer sagt:

    Das ist eine Vision. Was wird das kosten, Wer soll die Infrastruktur bezahlen, alle Bürger oder nur die Autofahrer. Wer kann sich diese vielen neuen Autos leisten. Auf dem Land ist das sowieso sinnlos, da muss man erst mal die Straßen richten. Werden dann normale Autos verboten. Tolle neue Welt mit entmündigten Bürger !!

  2. Verkehrskindergarten Deutschland sagt:

    Bei einer solchen Verkehrführung an einer Kreuzung ( nur Rechtsabbieger )
    wären auch heute schon keine Ampeln nötig. Der grüne Pfeil reicht.

    Leider ist diese Konstruktion aber nicht praxistauglich, weil eben andere Verkehrsteilnehmer die Kreuzung auch nur überqueren möchten und eben nicht
    rechtsabbiegen wollen.

    Die USA haben da einen entscheidenden Wissensvorsprung:
    Ampeln jeweils an der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung und ohne eindeutiges Rotsignal anhalten und wer zuerst kommt fährt zuerst.
    Das ginge aber bei dem Rechthaber mir der dicksten Leasing-Kiste in D garnicht.