Airbus warnt britische Mitarbeiter vor Brexit

Der Flugzeughersteller Airbus hat in einem Brief an seine Mitarbeiter in Großbritannien vor einem Austritt des Landes aus der Europäischen Union gewarnt. Der weltweit agierende Konzern fürchtet Einschränkungen und den Rückzug potentieller Investoren.

„Wir alle müssen im Hinterkopf behalten, dass künftige Investitionen sehr stark von dem wirtschaftlichen Umfeld abhängen, in dem das Unternehmen tätig ist“, heißt es in dem von Airbus-Betriebschef Tom Williams und Großbritannien-Chef Paul Kahn unterzeichneten Schreiben am Montag. Das Geschäftsmodell des Konzerns beruhe darauf, Produkte, Menschen und Ideen frei in Europa bewegen zu können.

Die Briten stimmen am 23. Juni in einem Referendum über die Zukunft ihrer Heimat in der EU ab. Auch der deutsche Autobauer BMW hatte im März in einem Brief auf Konsequenzen eines sogenannten Brexits hingewiesen. Im Februar warnten die Chefs von mehr als einem Drittel der großen britischen Unternehmen, darunter Shell und BP, dass mit einem Abschied aus der EU Arbeitsplätze und Investitionen aufs Spiel gesetzt würden. Einige Firmen und Unternehmer haben sich aber auch für einen Brexit ausgesprochen.

Derzeit wartet der europäische Flugzeugbauer auch noch auf den Ausgang der Verhandlungen zu den Verkaufsplänen für seine Rüstungselektroniksparte. Die Verhandlungen der Bundesregierung mit dem vorgesehenen Käufer, dem US-Finanzinvestor KKR, über ein Abkommen zum Schutz der betroffenen Sicherheitstechnologien am Standort Deutschland dauerten an, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag. Ins Detail gehen wollte sie nicht. Der Airbus-Konzern hatte vor nicht ganz zwei Wochen mitgeteilt, er wolle die Sparte mit weltweit 4000 Mitarbeitern für 1,1 Milliarden Euro an KKR verkaufen.

Wie es bei den aktuellen Verhandlungen über das Sicherheitsabkommen weitergeht, wird der Ministeriumssprecherin zufolge Einfluss auf das noch anstehende Investitionsprüfungsverfahren nach dem Außenwirtschaftsgesetz haben. Geprüft wird, ob durch einen Verkauf hiesiger Aktivitäten die öffentliche Ordnung oder Sicherheit in Deutschland gefährdet werden. Ein solches Verfahren kann ein Investor von sich aus beantragen, um schnell Rechtssicherheit für sein Geschäft zu erlangen. Es kann aber auch vom zuständigen Wirtschaftsministerium eingeleitet werden.

Der Bund, der selbst Airbus-Aktionär ist, hat nach früheren Angaben aus Regierungskreisen ein Vorkaufsrechts für die Sparte Rüstungselektronik. Das habe er aus formalen Gründen auch angemeldet, um in den Verhandlungen über das Sicherheitsabkommen wirkungsvoller auftreten zu können, hieß es.

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  1. EADS sagt:

    Es dürften kaum die Stimmen britischer Airbus MA entschedend sein.
    Vielleicht sollten die Airbus Fuzzis mal in der EU für ein wenig mehr Ordnung und Anstand sorgen. Das wäre hilfreicher. Die Briten steigen in jedem Fall aus.