Motorenbauer MTU zahlt wegen Korruption Millionenstrafe

Der Friedrichshafener Motorenbauer MTU muss zwölf Millionen Euro Strafe wegen Bestechung zahlen. Das Tochterunternehmen von Rolls-Royce Power Systems (RRPS) hatte Vergnügungstouren für südkoreanische Militärbeamte als Fortbildungen deklariert.

Der Motorenbauer MTU Friedrichshafen will wegen Bestechung eine Strafe von zwölf Millionen Euro zahlen. Im Zusammenhang mit Rüstungsgeschäften in Südkorea habe sich das Tochterunternehmen von Rolls-Royce Power Systems (RRPS) unsauberer Methoden bedient, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag in Stuttgart und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. RRPS teilte mit, den Strafbefehl akzeptieren zu wollen.

Den Ermittlungen zufolge waren 2008 und 2009 Reisen für südkoreanische Militärbeamte als Fortbildungen deklariert worden. Stattdessen habe es sich aber um Vergnügungstouren inklusive Vergünstigungen und Bordellbesuchen gehandelt.

Das Unternehmen war nach eigenen Angaben aufgrund externer Hinweise selbst auf mögliche Korruption bei seiner Tochter MTU Asia aufmerksam geworden und hatte Mitte Oktober 2011 die Staatsanwaltschaft informiert. Ende 2011 hatte die Behörde die Ermittlungen aufgenommen.

Auch an ein ehemaliges Vorstandsmitglied erging ein Strafbefehl. Der damals für die Asien-Geschäfte zuständige Manager erhielt laut Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung und eine Geldstrafe von 30 000 Euro. Gegen fünf weitere frühere Mitarbeiter werde noch ermittelt, sagte der Sprecher. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei, könne man noch nicht absehen.

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