Abgas-Affäre: Vertragshändler verklagen VW

VW muss sich in der «Dieselgate»-Affäre erstmals auch mit einer Klage aus den Reihen des eigenen Vertriebs auseinandersetzen. Dabei handelt es sich aber offenbar um einen Alleingang - die Mehrheit der US-Vertriebspartner will Kompensationen auf anderem Wege erstreiten.

In den USA haben nach Angaben von Anwälten erstmals Volkswagen-Vertragshändler den deutschen Autobauer verklagt. Wie die Anwälte von drei Vertragshändlern am Mittwoch (Ortszeit) mitteilten, reichten sie bei einem Gericht im Bundesstaat Illinois Klage ein. Ihre Mandanten seien in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen bewusst getäuscht worden. Sie forderten Entschädigungen in nicht genannter Höhe.

Der Frust im Vertragsnetz war zuletzt gestiegen. Auch eine andere Kanzlei hat laut dem Fachblatt «Automotive News» eine vorbereitete Klage in der Schublade. Anfangs hatten sich die Autohäuser noch loyal gegenüber VW gezeigt. Doch der Unmut nahm im März mit dem Rücktritt des beim Vertrieb hochgeschätzten US-Chefs Michael Horn zu. Inzwischen fordern Händler immer offener Entschädigunge

VW nahm auf Nachfrage zunächst keine Stellung zu den Vorwürfen. Im Bundesstaat Kalifornien hatten sich bereits mehrere Vertragshändler einer Sammelklage gegen den Automobilkonzern angeschlossen.

Volkswagen hatte im September nach US-Ermittlungen eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt zu haben, die den Messwert bei Emissionstests künstlich drückt. In Deutschland sind rund 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen, in den USA fast 600.000.

In den USA sieht sich der deutsche Autokonzern wegen der Affäre bereits mit hunderten Klagen konfrontiert. Auch das US-Justizministerium hatte bereits im Januar im Auftrag der Umweltbehörde EPA gegen den Konzern geklagt.

Volkswagen drohen damit Straf- und Schadenersatzzahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe. Das Unternehmen strebt eine außergerichtliche Einigung mit den Klägern an, um die finanziellen Lasten möglichst weit zu begrenzen.

 

 

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