Schweizer Startups gründen ersten Verband

90 Schweizer Start-ups haben sich zusammengetan, um die Bedingungen für Startups in der Schweiz deutlich zu verbessern. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Startups wie BuddyBroker, DealMarket und Cloud-Hoster Exoscale.

Trotz einiger erfolgreicher Start-ups schrecken viele Schweizer noch davor zurück, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM) zufolge fürchten 33 Prozent der arbeitenden Schweizer, mit einem eigenen Unternehmen zu scheitern. Und gerade einmal sieben Prozent hätten überhaupt die Motivation für die Gründung eines Unternehmens. Neben hohen Gehältern und einer guten Arbeitsplatzsituation spielt aber auch das Umfeld eine entscheidende Rolle für dieses geringe Interesse.

So steht die Schweiz mit Blick auf gute, unternehmerische Rahmenbedingungen auf dem drittletzten Platz des GEM. Das will die Swiss Startup Association ändern. 90 Start-ups haben damit den ersten Start-up-Verband der Schweiz gegründet. Der Präsident des Verbandes ist Urs Häusler. Häusler ist CEO von DealMarket und Mitbegründer von Swiss Finance Startups. Nicolas Bürer ist der Vizepräsident von der Swiss Startup Association (SSA) und Präsident von Movu.ch sowie Geschäftsführer des privaten TV-Senders Joiz Schweiz. Namen wie Max Meister, Hannes Gassert und Pascal Mathis finden sich ebenfalls in den Führungspositionen des Verbandes.

„Start-ups sind die wichtigsten Antreiber in Sachen Innovation. In vielen Branchen schaffen sie mehr Arbeitsplätze als etablierte Unternehmen“, sagte SSA-Präsident Urs Häusler anlässlich der Gründung. „Aber es gibt immer noch einige wichtige politische und regulatorische Hindernisse, die die Schweiz daran hindern, ein erfolgreicheres Start-up-Land zu sein.“

In Deutschland gibt es seit dem September 2012 den Bundesverband Deutsche Startups (BVDS). Mittlerweile zählt der Verband 463 Mitglieder. Von dem Verband wird zusammen mit dem European Startup Network seit kurzem der European Startup Monitor (ESM) herausgegeben. Immerhin gibt es beispielsweise in Europa mehr als 2.300 Start-ups mit über 31.000 Mitarbeitern.

Das Potential der Start-ups, vor allem das der Schweizer zeigt das venture leaders-Programm der Schweiz. In diesem Jahr werden je zehn ausgewählte Schweizer Start-ups im Bereich Life Science und Technology in die USA reisen können, um ihre Geschäftsideen vor potentiellen Investoren zu präsentieren. Die venture leaders in Life Science fliegen im Juni für zehn Tage nach Boston, die venture leaders in Technology reisen nach New York.

Die venture leaders werden von venturelab ausgewählt. Venturelab ist das Förderprogramm für die besten Start-up-Talente der Schweiz vom IFY Institute for Young Entrepreneurs. Zu den TOP 100 der besten Schweizer Start-ups 2015 zählen L.E.S.S. SA, Abionic SA, Flyabilty SA und Bcomp AG. Das beste Unternehmen, L.E.S.S. SA beispielsweise arbeitet an Alternativen zu LEDs als Hintergrundbeleuchtung von Bildschirmen. Eine einzige nanostrukturierte Faser soll die „Stromfresser“ zukünftig ersetzen.

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